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title: "„Post-Diver­sion“ und Brände in Rüstungsbetrieben: Wie Russland einen industriellen Sabotagekrieg gegen Europa führt"
description: "Russland ist 2025–2026 auf industriellem Maßstab zu Sabotageakten in Europa übergegangen und greift Rüstungsbetriebe und Logistik an. Polen hat Dutzende Strafverfahren verzeichnet, doch die offizielle Reaktion der EU bleibt zurückhaltend."
date: 2026-09-15T04:02:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/russland-sabotagekrieg-europa-bruestungsbetriebe-post-diversion
tags: [russia-sabotage, europe-defense, gru-operations, poland-security, ukraine-war, nato, cyberattacks, defense-industry]
publisher: "XAB.info"
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# „Post-Diver­sion“ und Brände in Rüstungsbetrieben: Wie Russland einen industriellen Sabotagekrieg gegen Europa führt

![Schematische Illustration von Industriesabotage: anonymer Kapuzenhacker, Polizei im Hintergrund und eine Karte Europas mit Sabotage-Routen](https://xab.info/media/2026/09/15/rossiya-diversionnaya-voyna-v-evrope-sabotazh-zavody-opk/rossiya-diversionnaya-voyna-v-evrope-sabotazh-zavody-opk-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Im Sommer 2024 führte das GRU eine „Post­Diver­sion“ mit brennbaren Vorrichtungen in Paketen in Deutschland, Großbritannien und Polen durch; Koordinator war der in St. Petersburg ansässige Andrei Baburow
- 2025–2026 nahmen die russischen Sabotageakte industrielle Ausmaße an: Angegriffen wurden die Werke von BAE Systems, Diehl Metall, WB Electronics, Skyeton und Milrem Robotics
- Polen hat 2025 67 Strafverfahren nach Art. 130 StGB eingeleitet, in 8 Monaten 2026 mindestens 40 neue; das Tempo der Anwerbung und Sabotagevorbereitung lässt nicht nach
- Die offizielle Reaktion Europas auf die Sabotagekampagne bleibt zurückhaltend; die ukrainische Erfahrung im Umgang mit Sabotage­ und Spionagegruppen gilt als Referenz

Im Sommer 2024 gelangten über die Grenzen mehrerer europäischer Länder auf den ersten Blick gewöhnliche Pakete – Massagekissen und Kosmetik, in denen brennbare Vorrichtungen versteckt waren, die vom russischen GRU vorbereitet worden waren. Fast gleichzeitig brachen in Lagern und Transit­zonen der Flughäfen in Deutschland, Großbritannien und Polen Feuer aus. Laut Ermittlungen des Zentrums VSquare koordinierte der in St. Petersburg ansässige Unternehmer Andrei Baburow die Operation und schaltete per Fernsteuerung ehemalige Kameraden aus der sowjetischen Marine ein, die legal in den baltischen Staaten lebten. Nur ein Zufall verhinderte, dass die Vorrichtungen während des Lufttransports direkt in der Luft zur Explosion kamen – die Folgen eines solchen Anschlags wären für die europäische Luftfahrt verheerend gewesen. Einige der Ausführenden wurden festgenommen, die Organisatoren international zur Fahndung ausgeschrieben, doch der Präzedenzfall demonstrierte eindrucksvoll eine neue Realität: Moskau handelt immer umfassender und dreister.

### Vom „Nowitschok“ zum industriellen Sabotage

Operationen russischer Geheimdienste auf europäischem Gebiet sind nichts Neues – der Kreml praktizierte sie selbst in „friedlichen“ Zeiten. Der bekannteste Fall bleibt bis heute das Giftattentat auf Sergei und Julia Skripal mit „Nowitschok“ in Großbritannien im Jahr 2018, nach dem fast den gesamten Europäischen Union eine Welle der Ausweisung russischer Diplomaten erfasste. Mit Beginn des großangelegten Einmarschs in die Ukraine stieg die Aktivität Russlands sprunghaft an: Zunächst setzte Moskau auf Spionage und Cyber­eingriffe. Im April 2024 dokumentierte die tschechische Regierung Tausende Versuche, die Alarmsysteme der nationalen Eisenbahn zu hacken; ähnliche Angriffe auf Logistiksysteme erfolgten in Deutschland. Bis 2025–2026 hatte die russische Sabotagetätigkeit ein neues Niveau erreicht und „industrielle“ Ausmaße angenommen, wobei die Hauptziele Lieferketten und Betriebe des europäischen Rüstungs­ und Verteidigungssektors waren.

### Die Kette der Angriffe auf Rüstungsbetriebe: von Wales bis Estland

Im August 2026 wurden Sabotageversuche an den Anlagen des ukrainischen Drohnen­entwicklers Skyeton in der Slowakei und des estnischen Unternehmens Milrem Robotics, das Technik für die ukrainischen Streitkräfte produziert, festgestellt. Bereits zuvor hatte eine Welle von Vorfällen die Werke von BAE Systems in Wales, Diehl Metall in Deutschland und WB Electronics in Polen erfasst. Dies sind nur die bekanntesten Fälle: Dutzende weitere Vorfälle mit weniger auffälligen Folgen werden im laufenden Verfahren untersucht. Die Serie von Bränden und Sabotageakten, die sich auf Cyberangriffe und regelmäßige Verletzungen des Luftraums von NATO­Staaten durch russische Drohnen legt, stellt für Europa eine grundlegend neue Herausforderung dar, auf die der Kontinent nicht vollständig vorbereitet ist.

### Polen: eine Statistik, die nicht nachlässt

Der Sprecher der Nationalen Staatsanwaltschaft Polens, Przemysław Nowak, erklärte auf Anfrage von RBC­Ukraine, dass allein im System der Zentralstaatsanwaltschaft des Landes im Jahr 2025 67 Strafverfahren nach Artikel 130 des polnischen Strafgesetzbuchs (Spionage und Tätigkeit zugunsten eines ausländischen Geheimdienstes) eingeleitet wurden. 2026 hält die Dynamik an: In acht Monaten eröffneten die Strafverfolgungsbehörden mindestens 40 neue Verfahren. Eine einfache Extrapolation zeigt, dass 2026 bei diesem Tempo rund 60 neue Fälle ergeben könnten. Ein erheblicher Teil dieser Fälle betrifft genau die Vorbereitung von Sabotageakten, die Fernanwerbung und die Sammlung von Daten über militärische Objekte. Wichtig ist, dass diese Statistik ausschließlich Fälle höchster Komplexität umfasst, die von der Nationalen Staatsanwaltschaft bearbeitet werden; unter Berücksichtigung der Ermittlungen der Bezirksstaatsanwaltschaften ist das tatsächliche Ausmaß der russischen Aktivitäten noch größer.

### Die zurückhaltende Reaktion Europas und die ukrainische Erfahrung

Trotz der wachsenden Ausmaße der Angriffe bleibt die offizielle Reaktion Europas auf die russische Sabotagekampagne zurückhaltend. Kein EU­Land hat systematische Maßnahmen ergriffen, die dem Ausmaß der von den nationalen Staatsanwaltschaften und Geheimdiensten festgestellten Bedrohungen entsprechen. In dieser Situation verweisen Analysten immer häufiger auf die ukrainische Erfahrung im Umgang mit Sabotage­ und Spionagegruppen: Ein mehrstufiges System von Informanten, die operative Zusammenarbeit von Geheimdiensten und Staatsanwaltschaft sowie die öffentliche Demonstration von Festnahmen erzeugen eine Abschreckungswirkung, die in Europa bislang nicht aufgebaut wurde. Derweil setzt Moskau die „industriellen“ Kapazitäten des Sabotages weiter aus, indem es Ausführende per Fernanwerbung einstellt und eine verschleierte Logistik­kette nutzt, was jede einzelne Ermittlung für die europäischen Strafverfolgungsbehörden äußerst schwierig macht.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [„Einmalige Agenten“ und Brände: Wie Russland einen Sabotagekrieg in der EU führt und wie Europa reagiert](https://www.rbc.ua/ukr/news/odnorazovi-agenti-ta-pidpali-k-rosiya-vede-1789128041.html) - Единственный доступный источник. Содержит данные расследования VSquare по «почтовой диверсии» 2024 г., статистику Национальной прокуратуры Польши (67 дел в 2025, ≥40 в 8 мес. 2026), перечень атак на ОПК. Экстраполяция ~60 дел на 2026 г. — расчётная. Прямой верификации по вторым независимым источникам в рамках данной проверки не проводилось.

## ❓ FAQ

### Q: Was ist die „Post­Diver­sion“ des GRU von 2024?
**A:** Im Sommer 2024 wurden über die europäische Logistik Pakete mit Massagekissen und Kosmetik transportiert, in denen brennbare Vorrichtungen versteckt waren. Die Pakete brannten in Lagern und Transit­zonen der Flughäfen in Deutschland, Großbritannien und Polen aus. Laut VSquare koordinierte der in St. Petersburg ansässige Unternehmer Andrei Baburow die Operation und schaltete ehemalige Kameraden aus der sowjetischen Marine aus den baltischen Staaten ein.

### Q: Welche Betriebe des europäischen Rüstungssektors wurden Ziele russischer Sabotageakte?
**A:** Zu den bekanntesten Fällen zählen die Werke von BAE Systems in Wales, Diehl Metall in Deutschland und WB Electronics in Polen sowie im August 2026 der ukrainische Drohnen­entwickler Skyeton in der Slowakei und das estnische Milrem Robotics. Dutzende weniger auffällige Vorfälle werden im laufenden Verfahren untersucht.

### Q: Wie viele Strafverfahren wegen Spionage wurden in Polen eingeleitet?
**A:** Laut dem Sprecher der Nationalen Staatsanwaltschaft Polens, Przemysław Nowak, wurden im Jahr 2025 im System der Zentralstaatsanwaltschaft 67 Strafverfahren nach Artikel 130 StGB eingeleitet. In 8 Monaten 2026 wurden mindestens 40 neue Verfahren eröffnet. Unter Berücksichtigung der Bezirksstaatsanwaltschaften ist das tatsächliche Ausmaß höher.

### Q: Warum wird die Reaktion Europas auf die Sabotagekampagne als zurückhaltend betrachtet?
**A:** Trotz der steigenden Zahl von Vorfällen und der Festnahme einzelner Ausführender hat kein EU­Land eine systematische Reaktion aufgebaut, die dem Ausmaß der Bedrohungen entspricht. Analysten weisen darauf hin, dass die ukrainische Erfahrung im Umgang mit Sabotage­ und Spionagegruppen – ein mehrstufiges System von Informanten, die operative Zusammenarbeit der Geheimdienste und die öffentliche Demonstration von Festnahmen – als Referenz dienen könnte, doch in Europa ist ein solcher Mechanismus bislang nicht etabliert.