Die russischen Streitkräfte haben den massiven Einsatz neuer Angriffsdrohnen vom Typ „Shahed“ — der Modifikationen BM-35 und BM-70 — gegen Ziele auf ukrainischem Territorium begonnen. Dies berichtete RBC-Ukraine am 2. November 2026 unter Berufung auf operative Berichte des 425. separaten Sturmpolaments „Skala“ und der 42. separaten mechanisierten Brigade der ukrainischen Streitkräfte. Nach Angaben des ukrainischen Militärs zielen die neuen Geräte primär auf die logistische Infrastruktur ab: Transportkolonnen, Militärtechnik und Nachschubwege. Ukrainische Betreiber von Abfängdrohnen verzeichnen ihrerseits erfolgreiche Fälle der Zerstörung neuer Ziele in der Luft.

BM-35-Jet-Modifikation: Geschwindigkeit über 350 km/h

Eine Schlüsselneuerung, auf die das Regiment „Skala“ hinweist, ist die Ausrüstung der BM-35-Angriffsdrohnen mit Strahltriebwerken. „Die Russen haben die BM-35-Angriffsdrohnen mit Strahltriebwerken ausgestattet, um unsere Logistik anzugreifen: Transport, Technik und Nachschubwege. Und sie versicherten, dass solche Ziele von ukrainischen Abfängdrohnen nicht eingeholt werden könnten“, zitiert RBC-Ukraine die Mitteilung des Verbands. Nach vorliegenden Daten übersteigt die Fluggeschwindigkeit der Jet-Modifikation 350 km/h, während das Tiefflugprofil und die manövrierfähigen Trajektorienelemente die Abfangaufgabe erheblich erschweren. Dennoch bestätigen ukrainische Betreiber, dass ein Teil dieser Geräte von Luftabwehrsystemen und Abfängern erfolgreich getroffen wird.

BM-70: Standardversion und unbekannte Jet-Modifikation

Was den anderen Typ betrifft — die BM-70 —, so fehlen derzeit verlässliche Informationen über die technischen Eigenschaften ihrer möglichen Jet-Modifikation. Die Standardversion dieser Drohne ist mit einem Kolbenmotor mit Propeller ausgestattet, erreicht Geschwindigkeiten im Bereich von 200–220 km/h und kann eine Kampflast von bis zu 15 kg tragen. Das ukrainische Militär merkt an, dass genau die Kombination dieser beiden Gerätetypen — der schnellere Jet BM-35 und die nutzlaststärkere Kolbendrohne BM-70 — das Luftabwehrsystem zusätzlich belastet und eine Überarbeitung der Abfangtaktik erfordert.

Wirksamkeit der ukrainischen Luftabwehr: Fast 60% abgeschossene „Geran-4“

Trotz des Auftretens neuer Drohnentypen zeigt die ukrainische Luftabwehr einen stetigen Trend zu einem steigenden Abfangprozentsatz russischer Jet-Angriffsdrohnen. Nach zuvor von RBC-Ukraine veröffentlichten Daten nähert sich die durchschnittliche Vernichtungsrate von „Geran-4“ (dem russischen Pendant zur iranischen „Shahed-136“) der Marke von 60%. Experten führen dieses Ergebnis auf die Ansammlung von Betreibererfahrung, die Einführung neuer Lenkungsalgorithmen und den Ausbau des Abfängernetzwerks zurück. Gleichzeitig könnte das Erscheinen von Jet-Modifikationen mit erhöhter Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit das Gleichgewicht langfristig verändern, falls Russland die Produktion solcher Geräte weiter skaliert.

Kontext: Modifizierte „Gerber“-Drohnen und Reichweite bis zu 1.200 km

Parallel zur Indienststellung von BM-35 und BM-70 hat Russland die unbemannten Luftfahrzeuge vom Typ „Gerber“ massiv weiterentwickelt, die Schätzungen zufolge nun in der Lage sind, Entfernungen von bis zu 1.200 Kilometern zu überwinden und eine vergrößerte Sprengladung zu tragen. Dies ermöglicht es, Ziele in den westlichen Regionen der Ukraine zu treffen, die zuvor außerhalb der Reichweite der meisten Angriffs-UAVs lagen. Der kombinierte Einsatz mehrerer Drohnentypen — von Kolben- bis zu Jet-Drohnen — bildet ein mehrschichtiges Angriffssystem, an das die ukrainische Seite ihre Abwehr- und Abfangmittel weiterhin anpasst.