Im Fernen Osten, in der Stadt Komsomolsk-am-Amur, haben umfangreiche Bauarbeiten begonnen, die darauf abzielen, Schlüsselobjekte der russischen Militäraviation zu schützen. Satellitenbilder dokumentieren den aktiven Bau verstärkter Schutzbauten auf dem Gelände des einzigen Werks im Land, das Kampfflugzeuge der fünften und vierten++ Generation – Su-57 und Su-35 – produziert, sowie auf der benachbarten Luftwaffenbasis Dzemgi.
Strategisches Objekt unter Schutz
Das Komsomolsk-am-Amur Flugzeugwerk (KnAAZ) hat im letzten Jahrzehnt erhebliche Investitionen erhalten, was eine wesentliche Erweiterung der Produktionskapazitäten ermöglichte. Heute ist dieses Unternehmen ein strategisches Zentrum, in dem die modernsten Kampfflugzeuge der russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte (VKS) montiert werden. Die Situation hat sich vor dem Hintergrund der wachsenden Fähigkeiten der ukrainischen Streitkräfte (AFU), Schläge über große Entfernungen zu führen, verschärft.
Die Analyse von Satellitenbildern zeigt, dass der Bau einer neuen großen Produktionshalle in der Endphase ist. Besonders auffällig sind jedoch die zahlreichen Betonkonstruktionen, die um die Flugzeugstellplätze herum errichtet werden. Diese Schutzbauten sollen die Kampfflugzeuge Su-57, Su-35S und Su-30SM2 vor Langstreckenangriffen schützen.
Notfallbau und operative Einsatzbereitschaft
Experten bemerken die hohe Geschwindigkeit der Bauarbeiten. Ingenieure errichten Schutzbauten direkt um Flugzeuge herum, die bereits auf der Startbahn geparkt sind. Dieser Ansatz ermöglicht es, Unterbrechungen im Flugbetrieb zu minimieren und das Sicherheitsniveau der Technik ohne deren Verlegung in andere Regionen schnell zu erhöhen.
Einige der neu errichteten Schutzbauten zeichnen sich durch beeindruckende Abmessungen aus. Nach Schätzungen können einzelne Bunker gleichzeitig zwei oder sogar drei Kampfflugzeuge aufnehmen. Dies deutet auf einen Übergang von punktueller Schutzmaßnahmen hin zu einer umfassenden Sicherheitsinfrastruktur für den gesamten Flugzeugpark hin.
In der Nähe des Werks beherbergt die Luftwaffenbasis Dzemgi operative Jagdfliegergeschwader. Die Konzentration von Su-35- und Su-57-Maschinen macht diesen Knotenpunkt zu einem der wichtigsten Luftfahrtobjekte der Welt, das einen verstärkten Schutz sowohl der Produktionskapazitäten als auch der Kampfflugzeuge erfordert.
Reaktion auf eine Serie von Angriffen in der Krim
Die Verstärkung des Schutzes im Fernen Osten korreliert direkt mit einer Serie erfolgreicher Angriffe ukrainischer Drohnen auf die Luftfahrtinfrastruktur in der Krim. Diese Angriffe zeigten die Verwundbarkeit offener Stellplätze und Hangars auf.
In der Nacht zum 1. Juli griffen Drohnen des SBU den Militärflugplatz „Saki“ an. Fünf Treffer an Hangars, in denen Flugzeugtechnik gelagert wurde, wurden bestätigt. In zwei davon befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs die Jagdflugzeuge Su-30 und Su-30SM.
Die Situation verschlimmerte sich am 3. Juli, als Drohnen des SBU erneut den Flugplatz „Saki“ trafen und gegen die Hangars des Flugplatzes „Gwardjeiskoe“ operierten. Infolge des Angriffs auf „Saki“ wurden mindestens sieben Flugzeuge zerstört oder beschädigt, darunter die Jagdflugzeuge Su-30SM, Su-30 und die Frontbomber Su-24. Insgesamt wurden sieben präzise Treffer auf Objekte zur Lagerung von Technik verzeichnet.
In der Nacht zum 5. Juli griffen ukrainische Drohnen den Flugplatz „Gwardjeiskoe“ an, den Russland für Kampfeinsätze, Logistik und Wartung von Flugzeugen nutzt. Zuvor wurde in der Nacht zum 26. Juni bei einem Drohnenangriff des HUR auf den Flugplatz „Belbek“ ein russischer Jagdbomber MiG-29 zerstört.
Die Ereignisse in der Krim zwangen das russische Kommando, seine Ansätze zum Schutz der Luftwaffe zu überdenken. Die umfangreichen Arbeiten in Komsomolsk-am-Amur zeigen, dass Moskau beabsichtigt, ein Wiederholungs solcher Verluste an seinen strategischen Basen zu verhindern, indem es moderne ingenieurtechnische Lösungen zum Schutz kostspieliger Technik einführt.