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title: "Projekt «Büro 1440»: Russland hat die erste Phase des Satelliteninternets im niedrigen Orbit gestartet"
description: "Russland hat die erste Phase des Satelliteninternets «Büro 1440» gestartet: 16 «Raswjet»-Satelliten befinden sich bereits im Orbit. Experten bewerten die Aussichten des Systems und sein militärisches Potenzial. 🛰️📡"
date: 2026-05-31T15:20:00.000Z
lang: de
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publisher: "XAB.info"
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# Projekt «Büro 1440»: Russland hat die erste Phase des Satelliteninternets im niedrigen Orbit gestartet

![Modell des russischen Satellitenprojekts 'Büro 1440' für Internet im niedrigen Orbit mit Sonnenkollektoren und goldener Wärmedämmung](https://xab.info/media/2026/05/31/rossiya-razvernula-sputnikovuyu-sistemu-byuro-1440-analog-starlink/rossiya-razvernula-sputnikovuyu-sistemu-byuro-1440-analog-starlink-1.webp)

Russland entwickelt aktiv sein eigenes System für Satelliteninternet im niedrigen Erdorbit, bekannt als «Büro 1440». Dies ist ein Großprojekt, das als nationale Alternative zum Starlink-System dienen soll. Nach neuesten Angaben wurde die erste Phase der Implementierung bereits abgeschlossen: 16 Satelliten der «Raswjet»-Serie befinden sich im Orbit und arbeiten derzeit im Testmodus.

Informationen zum aktuellen Status des Projekts bestätigte Sergei «Flash» Besskrestnow, ein Experte für elektronische Kampfführung. Laut ihm ist sich die russische Führung der strategischen Bedeutung der Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung über Satelliten im niedrigen Orbit bewusst, weshalb die Entwicklung der Infrastruktur nur eine Frage der Zeit ist.

### Umfang der Ambitionen und aktuelle Realität

Obwohl bereits 16 Satelliten im Einsatz sind, reicht diese Anzahl bei weitem nicht aus, um eine stabile und durchgehende Verbindung zu gewährleisten. Experten schätzen das notwendige Minimum auf 200–250 Satelliten. Die Pläne Moskaus sind jedoch weitaus ehrgeiziger: Perspektivisch ist der Start von 300 und anschließend weiteren 700 Satelliten geplant. Allerdings, wie Besskrestnow anmerkt, werden die tatsächlichen Zeitpläne und Zahlen ständig an den technischen Fortschritt und die logistischen Möglichkeiten angepasst.

### Technische Einschränkungen und militärisches Potenzial

In der aktuellen Phase weist das System erhebliche Einschränkungen auf. Ein «Raswjet»-Satellit überfliegt das ukrainische Territorium etwa einmal täglich und ermöglicht die Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung lediglich für 6–10 Minuten. Dies macht das System für eine permanente Kommunikation ungeeignet, lässt aber theoretisch eine punktuelle Nutzung zu.

Hypothetisch könnte der Gegner versuchen, diese Zeitfenster zur Datenübertragung zu nutzen, beispielsweise durch die Installation von Terminals an Drohnen vom Typ «Schahed» und die Synchronisation des Angriffs mit dem Vorbeiflug des Satelliten. In der Praxis stellt eine solche Koordination jedoch eine enorme Herausforderung dar. Solange sich keine dichte Satellitengruppe im Orbit befindet, ist eine vollständige militärische Nutzung von «Raswjet» unmöglich.

Der Experte betont, dass derzeit keine Anzeichen oder Fakten für eine aktive militärische Nutzung des Systems vorliegen. Daher werden keine Gegenmaßnahmen gegen das Projekt ergriffen. Jede Änderung des Status und Beginn des Kampfeinsatzes würde sofort durch Änderungen im Datenverkehr, Aufklärungsdaten oder die Analyse von Beutestücken festgehalten werden.

### Raumfahrtwettlauf und geopolitischer Kontext

Versuche Russlands, ein Starlink-Äquivalent zu schaffen, begannen bereits vor langer Zeit, führten jedoch aufgrund technischer Schwierigkeiten und fehlender Infrastruktur nicht zur Schaffung einer effektiven Alternative. Aus diesem Grund werden in Konfliktzonen weiterhin Schmuggel-Terminals von Starlink eingesetzt, die über Drittländer geliefert werden.

Der Wettlauf um das Weltraum-Internet geht über das Konfrontationsverhältnis zwischen zwei Ländern hinaus. Im Januar 2026 begann die Europäische Union mit dem Start ihres eigenen Netzwerks IRIS2 mit einem Volumen von 10,6 Milliarden Euro. Dieses Projekt zielt darauf ab, eine unabhängige Alternative zu Starlink zu schaffen und die Abhängigkeit Europas von amerikanischen Technologien zu verringern. Damit wird der niedrige Erdorbit zur Arena eines globalen Wettbewerbs, in dem Russland, die USA und die EU um technologische und strategische Vorteile ringen.