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title: "Russland bereitet neuen Steuerangriff auf Bürger und Unternehmen vor: Haushaltsdefizit wird für die Kriegsförderung verdoppelt"
description: "Das russische Finanzministerium hat im Haushaltsentwurf für 2027–2029 ein Defizit von 2,2 % des BIP veranschlagt und bereitet Steuererhöhungen auf passive Einkünfte der Bürger und auf die Superprofiten industrieller Konzerne vor, um rekordhohe Militärausgaben zu finanzieren, die im ersten Halbjahr 2026 10,7 Billionen Rubel erreichten."
date: 2026-09-24T17:26:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/russland-steuererhoehung-militaerausgaben-haushalt-2027
tags: [russia, taxes, military-spending, budget-deficit, economy, finance-ministry]
publisher: "XAB.info"
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# Russland bereitet neuen Steuerangriff auf Bürger und Unternehmen vor: Haushaltsdefizit wird für die Kriegsförderung verdoppelt

![Russische Bürger an einer Stadtbus Haltestelle vor einem Soldaten-Werbeschild: Die Bevölkerung trägt die Kosten der Kriegsförderung](https://xab.info/media/2026/09/24/rossiya-povyshenie-nalogov-voennye-rashody-byudzhet-2027/rossiya-povyshenie-nalogov-voennye-rashody-byudzhet-2027-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Der russische Haushaltsentwurf für 2027–2029 veranschlagt ein Defizit von 2,2 % des BIP – fast doppelt so hoch wie der vorherige Ausblick von 1,2 %
- Das Finanzministerium schlägt vor, die Steuern auf passive Einkünfte von rund 4 Mio. Bürgern sowie auf die Superprofiten der metallurgischen und chemischen Unternehmen zu erhöhen
- Die industrielle Produktion könnte 2026 um 0,2 % schrumpfen – erstmals seit 2020 –, während die Investitionen in das Anlagevermögen um 5,4 % fallen werden
- Die russischen Militärausgaben erreichten im ersten Halbjahr 2026 rekordhohe 10,687 Billionen Rubel und stiegen damit um 30 % gegenüber dem Vorjahr

Das russische Finanzministerium hat einen Entwurf des Bundeshaushalts für die Jahre 2027–2029 vorbereitet, in dem Verteidigung und Sicherheit als strategischer Schlüsselpriorität verankert sind. Laut dem Dokument, das laut Reuters veröffentlicht wurde, sind die Einnahmen des russischen Haushalts für 2027 auf 43,3 Billionen Rubel (etwa 509,4 Milliarden Dollar) geplant, während die Ausgaben 48,8 Billionen Rubel (578,2 Milliarden Dollar) erreichen werden. Die Differenz zwischen beiden bildet ein Defizit von 2,2 % des BIP – fast doppelt so hoch wie der vorherige Dreijahresausblick, der bei 1,2 % lag. Um die wachsende finanzielle „Lücke“ zu schließen, bereitet die Regierung des Angreiferlandes eine umfassende Erhöhung der Steuerlast sowohl auf Unternehmensgewinne als auch auf das Einkommen der Bürger vor.

### Neue Steuern: von den Superprofiten der Metallurgen bis zu den Zinsen auf Einlagen

Das russische Finanzministerium schlägt vor, die Steuern auf die Superprofiten der metallurgischen und chemischen Unternehmen zu erhöhen sowie die Abgaben auf den grenzüberschreitenden E-Commerce zu steigern. Der meistbeachtete Bestandteil des Pakets ist jedoch die Ausweitung der Besteuerung passiver Einkünfte der Bürger: Betroffen sind Wertpapierinvestitionen, Erlöse aus dem Verkauf von Vermögen und Zinsen auf Bankdepositi. Nach Schätzungen russischer Beamter werden die neuen Maßnahmen rund 4 Millionen Menschen betreffen. Damit legt der Kreml faktisch einen Teil der finanziellen Last des Krieges auf die Mittelschicht und Investoren um, die bislang relativ gut vor direktem Steuerdruck geschützt waren.

### Wirtschaft an der Grenze: erster Rückgang seit 2020

Die Verschärfung des Steuerdrucks erfolgt vor dem Hintergrund einer systematischen Verschlechterung der makroökonomischen Prognosen. Die industrielle Produktion könnte 2026 nach aktualisierten Schätzungen um 0,2 % schrumpfen – das wäre der erste Rückgang seit dem pandemiegeprägten Jahr 2020. Noch besorgniserregender ist die Dynamik der Investitionstätigkeit: Die Investitionen in das Anlagevermögen könnten um 5,4 % statt der zuvor prognostizierten 1,5 % fallen, was der umfangreichste Rückgang seit der Wirtschaftskrise 2015 wäre. Die Inflationsprognose für 2026 wurde ebenfalls von 5,2 % auf 6,8 % angehoben – laut Quellen eine Anpassung, die mit den Angriffen auf russische Raffinerien zusammenhängt, die zu einem Kraftstoffmangel und einem zusätzlichen Preisanstieg auf dem Binnenmarkt führten.

### Rekordhohe Militärausgaben: 10,7 Billionen Rubel in sechs Monaten

Der russische Bundeshaushalt hat im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordbetrag für den Krieg gegen die Ukraine aufgewendet – 10,687 Billionen Rubel (125,7 Milliarden Dollar). Im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025 stiegen die Ausgaben für das Militär und die Rüstungsproduktion um weitere 30 %, also um 2,46 Billionen Rubel (29,15 Milliarden Dollar). Genau dieser explosive Anstieg der Militärausgaben, der nicht von einer entsprechenden Steigerung der Einnahmen gedeckt wird, zwingt das Finanzministerium, über die Erweiterung der Steuerbasis und die Anhebung der Sätze zusätzliche Finanzierungsquellen zu suchen.

### Kontext: warum gerade jetzt

Der Haushaltsentwurf wurde, nach Angaben ukrainischer und internationaler Medien, unmittelbar nach Abschluss des Wahlzyklus in Russland vorbereitet, was es der Regierung erlaubt, das neue Steuerpaket als Teil des „strategischen Kurses“ für die nächsten drei Jahre zu präsentieren. Die Erhöhung des Steuerdrucks vor dem Hintergrund des Rückgangs der industriellen Produktion und des Investitionsrückgangs erzeugt eine klassische Falle: Der Anstieg der Einnahmen bei einer schrumpfenden Wirtschaftsgrundlage könnte illusorisch sein, und die tatsächliche fiskalische Belastung für Bürger und Unternehmen könnte höher ausfallen als die formalen Sätze vermuten lassen. Für eine Wirtschaft, die ohnehin Anzeichen einer Überhitzung und einer strukturellen Verlangsamung zeigt, birgt ein solches Szenario das Risiko weiterer Deinvestitionen und einer Beschleunigung des Kapitalabflusses.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [In Russland wurden unmittelbar nach den „Wahlen“ Steuererhöhungen für den Krieg geplant](https://www.rbc.ua/ukr/news/rosiyi-vidrazu-pislya-viboriv-zaplanuvali-1790269128.html) - Подтверждает факт подготовки налогового пакета в контексте избирательного цикла и военных целей
- [Reuters: Russland bereitet Steuererhöhungen zur Finanzierung der Militärausgaben vor](https://vesti.az/v-mire/reuters-rossiya-gotovit-povysenie-nalogov-radi-finansirovaniya-voennyx-rasxodov-616942) - Первичная ссылающаяся на Reuters публикация, подтверждающая ключевые цифры бюджета и налоговые меры
- [In Russland wird erneut in die Taschen der Bürger gegriffen: Dem Kreml fehlt das Geld für den Krieg](https://tsn.ua/ru/svit/v-rossii-snova-zalezut-v-karmany-grazhdan-kremlyu-ne-hvataet-deneg-na-voynu-3174956.html) - Подтверждает расширение налогообложения пассивных доходов граждан и военную мотивацию
- [Russland bereitet Steuererhöhungen zur Stützung der Militärausgaben vor](https://informat.ro/ru/mezdunarodnyi/rossiia-predlagaet-povysit-nalogi-dlia-finansirovaniia-voennyx-rasxodov-140379) - Подтверждает общий нарратив о связи налогового пакета с военным финансированием

## ❓ FAQ

### Q: Welches Haushaltsdefizit veranschlagt Russland für 2027?
**A:** Laut dem Haushaltsentwurf werden die Einnahmen 2027 43,3 Billionen Rubel und die Ausgaben 48,8 Billionen Rubel betragen, was ein Defizit von 2,2 % des BIP bildet – fast doppelt so hoch wie der vorherige Dreijahresausblick von 1,2 %.

### Q: Wer wird von den neuen Steuern auf passive Einkünfte betroffen sein?
**A:** Nach Schätzungen russischer Beamter wird die Ausweitung der Besteuerung passiver Einkünfte (Wertpapierinvestitionen, Verkauf von Vermögen, Zinsen auf Depositien) rund 4 Millionen Bürger betreffen.

### Q: Wie viel hat Russland im ersten Halbjahr 2026 für den Krieg ausgegeben?
**A:** Der Bundeshaushalt wendete für militärische Zwecke 10,687 Billionen Rubel (125,7 Milliarden Dollar) auf, was 30 % (2,46 Billionen Rubel) mehr ist als im gleichen Zeitraum 2025.

### Q: Wie ändert sich die Prognose für die russische Wirtschaft 2026?
**A:** Die industrielle Produktion könnte um 0,2 % schrumpfen (erster Rückgang seit 2020), die Investitionen in das Anlagevermögen werden um 5,4 % statt der zuvor erwarteten 1,5 % fallen, und die Inflation wird bei 6,8 % statt der zuvor prognostizierten 5,2 % liegen.