Die russische Regierung hat beispiellose Maßnahmen zur Stabilisierung des Binnenmarktes für Energieträger ergriffen. Der stellvertretende Ministerpräsident Russlands, Alexander Nowak, kündigte offiziell ein vollständiges Verbot für den Export von Dieselkraftstoff an. Diese Entscheidung ist eine Reaktion auf die entstandene Situation mit Treibstoffknappheit im Inland.

Wechsel der Logistik und Ausweitung der Kapazitäten

Parallel zum Exportverbot für Diesel werden ab Juli in Russland importierte Mineralölprodukte eintreffen. Um die inländische Nachfrage zu decken, hat die Regierung beschlossen, die geplanten Wartungsarbeiten an mehreren Raffinerien auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Dies wird es ermöglichen, zusätzliche Kapazitäten zu nutzen und die Treibstoffproduktion zu steigern.

Einschätzung der Lage durch die Behörden

Trotz der Einführung strenger Beschränkungen bewertet Alexander Nowak die aktuelle Lage zurückhaltend. Nach seinen Worten ist die Situation mit Treibstoff „teilweise stabilisiert, bleibt aber vorerst schwierig“. Zuvor, noch im Juni, hatte der Kreml offiziell einen Benzinmangel anerkannt, diesen jedoch mit einem „Rückgang des Einzelhandelsverkaufs um 15 %“ erklärt und dabei Erwähnungen von Gründen im Zusammenhang mit der Arbeit der Verarbeitungskapazitäten vermieden.

Kontext: Angriffe auf die Energiewirtschaft und die Flotte

Die Entscheidung über das Export- und Importverbot für Treibstoffe wird vor dem Hintergrund einer Intensivierung der Kampfhandlungen in der Region getroffen. Vom 1. bis 8. Juli führten die Drohnensysteme der ukrainischen Streitkräfte Angriffe auf 50 Energieknotenpunkte in der Krim und auf den besetzten südlichen Gebieten durch. Zudem wurden eine Fähre in Keratsch, ein Frachtschiff und 19 Tanker des sogenannten russischen „Schattenflottens“ getroffen, was die Logistik der Lieferungen erheblich erschwert hat.