Die russische Regierung hat beschlossen, das Exportverbot für Dieselkraftstoff für Hersteller bis zum 30. September 2026 zu verlängern. Wie auf der Website des Kabinetts mitgeteilt wird, dient die Maßnahme der „Wahrung der Stabilität des inländischen Kraftstoffmarkts“ und ist auf die zunehmenden Angriffe der Ukraine auf Objekte der Erdölverarbeitungsindustrie zurückzuführen. Die Entscheidung fiel in einer Phase, in der im August ein Rekordvolumen an Angriffen auf Raffinerien seit Beginn des Krieges verzeichnet wurde.
Chronologie der Einschränkungen: von der kurzfristigen Maßnahme zum mehrmonatigen Verbot
Das Exportverbot für Kraftstoff für Hersteller wurde erstmals Anfang Juli 2026 als kurzfristige Maßnahme eingeführt und anschließend aufgrund der anhaltenden Angriffe bis Ende August verlängert. Die aktuelle Verlängerung bis zum 30. September macht die Einschränkung faktisch zu einer mehrmonatigen. Wie die Regierung dabei klarstellt, gilt das Verbot nicht für Lieferungen im Rahmen zwischenstaatlicher Abkommen und für humanitäre Hilfe.
Rekordserie von Angriffen auf die Erdölverarbeitung
Laut vorliegenden Angaben führte die Ukraine allein im August mindestens 21 Angriffe auf russische Raffinerien durch – die höchste Anzahl an Schlägen seit Beginn des von Russland im Februar 2022 ausgelösten Krieges. Die Folgen für den inländischen Markt waren spürbar: Laut Reuters fiel die Benzinerzeugung Ende August auf etwa 70 % des inländischen Verbrauchsniveaus, getrieben durch eine Serie ukrainischer Drohnenangriffe auf Erdölverarbeitungsbetriebe.
Globale Folgen: von den USA bis Mexiko
Laut Bloomberg wird die Verlängerung des Verbots den Druck auf die ohnehin knappen weltweiten Kraftstofflieferungen verstärken, die durch den Konflikt auf dem Nahen Osten und den Krieg Russlands gegen die Ukraine eingeschränkt sind. Noch vor der beispiellosen Angriffsserie war Russland einer der großen Exporteure von Dieselkraftstoff, mit einem Anteil von etwa 10 % der weltweiten Lieferungen. Vor dem Hintergrund des globalen Mangels sind die Dieselbestände in den USA laut Energy Information Administration auf den niedrigsten saisonalen Stand in der gesamten Beobachtungsgeschichte gefallen, während Europa erstmals seit sieben Jahren gezwungen ist, Kraftstoff in Mexiko zu beschaffen.
Inländischer Markt: Mangel und Schlangen an den Tankstellen
Auf regionaler Ebene spiegelt sich der Kraftstoffmangel bereits im Alltag wider: An mehreren Orten werden Benzinerengungen und Schlangen an Tankstellen verzeichnet. Berichten zufolge erschien auf den meisten örtlichen Tankstellen im Vorfeld des erwarteten Besuchs von Wladimir Putin in Nischni Nowgorod plötzlich wieder Benzin im Verkauf, was lange Schlangen von Tankkunden auslöste. Dieses Detail hat den Charakter einer lokalen Beobachtung und ist von offiziellen Quellen nicht bestätigt.