Die Lage der Luftverteidigung in der Russischen Föderation erfährt grundlegende Veränderungen. Laut Informationen der ukrainischen Geheimdiensts, die von Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigt wurden, werden Moskau und das Gebiet der Kertscher Brücke zu den Hauptprioritäten für den Schutz, was unweigerlich zu einer Schwächung anderer Richtungen führt.
Interne Dokumente und die Strategie des Kremls
Grundlage dieser Informationen sind interne russische Dokumente, die Kiew erhalten hat. Sie enthalten eine detaillierte Bewertung der Folgen von Langstreichschlägen auf russischem Territorium sowie festgehaltene Gegenmaßnahmen der russischen Führung.
Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass eine der wichtigsten strategischen Maßnahmen die physische Verlegung von Luftabwehrsystemen aus russischen Regionen in Richtung der Hauptstadt und der Krim-Halbinsel war. Laut dem Staatsoberhaupt wurden genau diese beiden Perimeter in Moskau als kritisch wichtig eingestuft. Tatsächlich haben die russischen Behörden den Befehl erteilt, diese Knotenpunkte auf Kosten einer erheblichen Schwächung des Schutzes auf dem restlichen russischen Territorium und in den vorübergehend besetzten Gebieten der Ukraine zu verteidigen.
Eskalation in Moskau: Von Bränden zum "Ölregen"
Die Priorisierung des Schutzes Moskaus wird durch eine wachsende Bedrohung begründet. Die Angriffe auf die russische Hauptstadt lassen seit mehreren Wochen nicht nach. Ein deutliches Beispiel war der Angriff am 18. Juni, bei dem ukrainische Drohnen das Moskauer Erdölraffineriewerk (MNPP) in Kapotnja trafen.
Im Werk brach ein massiver Brand aus, den Experten und Medien als den größten Angriff der letzten zwei Jahre bezeichneten. Bewohner der umliegenden Gebiete berichteten von einem ungewöhnlichen Phänomen – einem "Ölregen", verursacht durch die Entzündung von Tanks. Am nächsten Tag, trotz der Aussagen des Bürgermeisters Sergei Sobjanin, dass etwa 35 Drohnen abgeschossen wurden, setzten die Angriffe auf die Stadt fort, was die Notwendigkeit für den Kreml bestätigt, in der Hauptstadt eine maximale Konzentration von Verteidigungsmitteln zu halten.
Lage am Kertscher Brückenkopf
Die zweite Prioritätsrichtung, in die Ressourcen verlegt werden, ist die Kertscher Meerenge. An diesem Wochenende gab es in der Krim eine Serie starker Explosionen. Die russischen Behörden waren gezwungen, den Verkehr über die Krim-Brücke vorübergehend zu sperren, und lokale Bewohner in der Nähe des Seehafens von Kertsch berichteten von Bränden und dichtem Rauch.
Wolodymyr Selenskyj bestätigte offiziell, dass ukrainische Streitkräfte Ziele auf beiden Seiten der Brücke getroffen haben. Die Objekte befanden sich etwa 300 km von der Frontlinie entfernt, was die hohe Effektivität der ukrainischen Langstreichsysteme und die Fähigkeit demonstriert, strategische Objekte tief im Hinterland des Gegners zu treffen.
Gegenmaßnahmen und Diplomatie
Neben den Informationen über die Verlegung der Luftabwehr informierte der ukrainische Präsident über den Erhalt eines Berichts zum Zustand der russischen Raketenproduktion und der strategischen Luftfahrt. Kiew bereitet neue Gegenmaßnahmen auf die Fortsetzung des Krieges und die regelmäßigen Angriffe auf ukrainisches Territorium vor.
Gleichzeitig stellte Selenskyj fest, dass die Ukraine bereits ihre diplomatischen Vorschläge unterbreitet hat, die Verantwortung für die Verlängerung des Konflikts jedoch ausschließlich der russischen Führung zuschreibt, die weiterhin militärische Ressourcen umschichtet, um wichtige Infrastrukturbereiche zu schützen.