Russland steht vor einem kritischen Mangel an Personal, was den Kreml gezwungen hat, eine großangelegte Kampagne zur Anwerbung ausländischer Kämpfer zu starten. Laut dem Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation und dem Hauptnachrichtendienst des ukrainischen Verteidigungsministeriums wurden seit Beginn der Invasion mehr als 42.000 Ausländer in den Reihen der russischen Armee identifiziert. Die Verluststatistik unter den Söldnern ist schockierend: Jeder fünfte von ihnen ist bereits getötet worden.
Umfang des ausländischen Kontingents
Die Analyse der Lage zeigt, dass Moskau aktiv menschliche Ressourcen aus dem Ausland nutzt, um Verluste zu ersetzen. Derzeit sieht die Struktur dieses Kontingents wie folgt aus: Mehr als 14.000 Soldaten kamen aus Nordkorea, weitere 28.000 stammen aus verschiedenen anderen Ländern der Welt. Die Pläne des Kremls beschränken sich nicht auf die aktuellen Zahlen: Bis Ende 2026 plant Russland, mindestens weitere 18.500 ausländische Kämpfer zu rekrutieren.
Wer wird zum Söldner?
Die Rekrutierung erfolgt mit aggressiven Methoden sowohl innerhalb Russlands als auch direkt in den Herkunftsländern der potenziellen Rekruten. In die Falle geraten die unterschiedlichsten Kategorien von Bürgern: Studenten, die nach Russland zum Studium gekommen sind, Touristen, Menschen auf Jobsuche und sogar Straftäter. Das Hauptinstrument der Manipulation sind Versprechen hoher Gehälter, doch die Realität erweist sich als härter.
Einmal an der Front, befinden sich viele Ausländer in einer verwundbaren Lage: ohne Papiere, ohne angemessene Ausbildung und unter unmenschlichen Bedingungen, wie UN-Berichte bestätigen. Dutzende Staaten haben bereits auf die zynischen Handlungen der russischen Seite reagiert und diese Rekrutierungsmethoden verurteilt.
Der Preis des Fehlers: Verluststatistik
Das Projekt „Ich will leben“ des Hauptnachrichtendienstes des ukrainischen Verteidigungsministeriums, das sich mit der Verifizierung von Daten befasst, hat eine tragische Statistik aufgezeichnet. Seit dem 24. Februar 2022 sind 5.149 ausländische Söldner getötet worden, weitere mehr als 700 gerieten in Gefangenschaft. In Prozent ausgedrückt bedeutet dies, dass 22 % aller angeworbenen bereits getötet wurden. Besonders beunruhigend ist die Dynamik der Sterblichkeit: 42 % der Getöteten starben in den ersten vier Monaten des Dienstes, was darauf hindeutet, dass Söldner oft als „Kanonenfutter“ ohne angemessene Ausbildung eingesetzt werden.
Wechsel der Taktik und neue Regionen
Trotz der schrecklichen Verluste sucht Russland weiterhin neue Quellen für die Nachschubversorgung. Im letzten Jahr ist die Zahl derjenigen, die in Russland gegen die Ukraine kämpfen wollen, um 20 % gesunken, und dieser Trend verstärkt sich. Um den Mangel auszugleichen, erweitert Moskau die geografische Reichweite seiner Operationen.
Ende 2025 begann eine aktive Rekrutierung im Iran, wo potenziellen Kämpfern 20.000 Dollar als Einmalzahlung und etwa 2.000 Dollar im Monat versprochen wurden. Im Mai 2026 hat Russland die Bemühungen zur Gewinnung von Staatsbürgern afrikanischer Länder intensiviert, um unter den Bedingungen der Erschöpfung der inneren Ressourcen neue Reserven zu finden.