Das globale nukleare Gleichgewicht hat sich im Jahr 2025 radikal verändert. Laut einem neuen Bericht der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) haben neun atomwaffenbesitzende Staaten ihre Finanzierung ihrer Arsenale drastisch erhöht. Die Gesamtausgaben erreichten einen Rekordwert von 119 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 19 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies ist der schnellste Anstieg seit 2020, als die systematische Erfassung solcher Ausgaben begann.
Absolutes Dominanz der USA
Die Vereinigten Staaten behielten ihren Status als unangefochtener Führer im nuklearen Rüstungswettlauf bei. Washington investierte 69,2 Milliarden Dollar in die Entwicklung und den Erhalt des Atom-Schilds. Zum Vergleich: Diese Summe übersteigt die kombinierten Ausgaben aller anderen Atomwaffenmächte der Welt zusammen. Innerhalb eines Jahres stiegen die amerikanischen Investitionen in diesen Bereich um 22 % – die höchste Wachstumsrate unter allen Mitgliedern des „Atom-Clubs“. Das Weiße Haus erhöht nicht nur das allgemeine Militärbudget, sondern widmet sich aktiv der Wiederherstellung und Modernisierung des strategischen Arsenals.
Wechsel der Führung: Großbritannien überholt Russland
Im Ranking der nuklearen Ausgaben gab es eine bedeutende Umstellung. Großbritannien, das die Finanzierung seines Programms um 17 % erhöhte, hob das Budget auf 12,6 Milliarden Dollar. Dieser Sprung ermöglichte es London, Russland zu überholen und den dritten Platz weltweit einzunehmen. Moskau investierte 9,5 Milliarden Dollar in seine Atomwaffen. Das Wachstum des russischen Budgets betrug im Vergleich zum Vorjahr nur 6 %, was den Kreml offiziell auf den vierten Platz der globalen Liste zurückwarf.
China und der allgemeine Kontext
Den zweiten Platz in der Liste hält China sicher. Peking gab 13,5 Milliarden Dollar für nukleare Ziele aus und erhöhte das Budget innerhalb von zwölf Monaten um 7 %. Trotz der steigenden Ausgaben bleibt die Kontrolle über die Welt bei den zwei Supermächten: Russland und die USA besitzen zusammen etwa 83 % des weltweiten nuklearen Potenzials.
Laut dem Bericht des SIPRI gibt es derzeit weltweit 12.187 Atomwaffen. Davon befinden sich 9.745 in militärischen Beständen und sind sofort einsatzbereit.
Escalation an der Peripherie
Neben den Großmächten ist auch in anderen Regionen Aktivität zu verzeichnen. Der Führer Nordkoreas, Kim Jong-un, besuchte eine neue Fabrik zur Herstellung von Kernmaterial und befahl die Steigerung des nuklearen Potenzials des Landes mit „exponentieller Geschwindigkeit“.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Daten der NATO-Nachrichtendienste. Die Agentur verfolgte die Aktivitäten der russischen Nordflotte, die auf Versuche Moskaus hindeuten könnten, Atomraketen auf dem Meeresboden zu stationieren. Diese Schritte vor dem Hintergrund des rekordverdächtigen Budgetwachstums weltweit signalisieren eine neue Phase des globalen Rüstungswettlaufs.