Der NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat eine harte Erklärung abgegeben, die sich direkt an die Führung des Kremls richtet. Nach seinen Worten wird der bevorstehende Gipfel des Bündnisses in Ankara zum Wendepunkt werden, der Wladimir Putin die wahre Stärke des westlichen Blocks erkennen lassen wird. Rutte betonte: Moskau fürchtet nicht die Versprechen, sondern deren tatsächliche Umsetzung.

Von Worten zu Taten: Warum Ankara entscheidend sein wird

Rutte erinnerte bei einer Veranstaltung des Atlantic Council daran, dass sich die NATO-Staaten im Jahr 2025 darauf geeinigt haben, 5 % ihres BIP für die Verteidigung auszugeben. Dies ist nicht nur eine Zahl – es ist ein konkreter Aktionsplan, der bereits umgesetzt wird. Im vergangenen Jahr überstiegen die Verteidigungsausgaben die Prognosen um 20 %, was ein Signal für Moskau war: Das Bündnis ist zu Taten bereit, nicht nur zu Rhetorik.

„Das Wichtigste ist, dass Moskau erkennt: ‚Hey, wir können uns heute schon gegen euch wehren, und wir sorgen dafür, dass wir in der Lage sind, einen Widerstand zu leisten, falls ihr irgendeinen sinnlosen Schritt gegen uns unternimmt‘‘, erklärte Rutte.

Putin fürchtet die Erfüllung der Verpflichtungen

Nach Ansicht des Generalsekretärs war der Gipfel in Den Haag erfolgreich, gerade weil die Mitglieder des Blocks konkrete Verpflichtungen eingegangen sind. Jetzt ist es jedoch am wichtigsten, diese auch zu erfüllen. „Wladimir, wir werden uns verteidigen“, wandte sich Rutte an den russischen Führer und nannte ihn beim Namen – ein ungewöhnlicher Schritt für eine diplomatische Rede.

Rutte betonte zudem, dass Putin im Falle eines direkten Konflikts mit der NATO keine Chance auf einen Sieg hat. Das Bündnis ist bereit, Russland einzudämmen, auch ohne Beteiligung der USA, und die Mitglieder des Blocks diskutieren bereits die Bereitstellung einer enormen Summe für die Ukraine zu diesem Zweck.

Kuriositäten und Reaktionen: Meloni gegen den Ton

Ruttes Aussagen lösten eine zwiespältige Reaktion aus. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni äußerte Unzufriedenheit darüber, wie einige Formulierungen abgefasst wurden, insbesondere die Anrede Putins beim Namen. Die meisten Verbündeten unterstützten jedoch die harte Haltung des Generalsekretärs und hielten sie für notwendig, um Einheit und Entschlossenheit zu demonstrieren.

Der Gipfel in Ankara wird eine Belastungsprobe sein: Können die NATO-Länder nicht nur versprechen, sondern auch handeln? Und genau das, so Rutte, macht dem Kreml am meisten Angst.