Der NATO-Generalsekretär Mark Rutte bestätigte während einer jüngsten Pressekonferenz, dass der Bündnis die Aktivitäten Peking im Kontext der militärischen Hilfe für Russland genau überwacht. Im Fokus des Bündnisses steht nicht nur die Lieferung von Waffen, sondern auch die Frage der Ausbildung russischer Militärfachkräfte auf dem Gebiet der VR China.
„Wir sind nicht naiv': Die Position der NATO
Die Frage nach der Beteiligung Chinas an der Ausbildung russischer Soldaten wurde Rutte von Journalisten gestellt, nachdem die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, entsprechende Angaben gemacht hatte. Der NATO-Chef antwortet zurückhaltend, aber bestimmt und betonte, dass die Organisation nicht beabsichtige, potenzielle Bedrohungen zu ignorieren.
„Wir sind nicht naiv. Wir beobachten alles genau. Ich kann Ihnen vorerst nicht mehr sagen, zumindest nicht auf dieser offenen Pressekonferenz, aber Sie können sicher sein, dass wir jeden Schritt (Chinas) verfolgen', erklärte Rutte. Seine Worte deuten darauf hin, dass die NATO bereits Daten besitzt, die jedoch nicht sofort öffentlich gemacht werden dürfen.
Nachrichtendienstliche Daten und Entkräftungen
Informationen über geheime militärische Zusammenarbeit tauchten wiederholt auf. Ende des vergangenen Jahres berichtete die Agentur Reuters, dass China heimlich etwa 200 russische Militärangehörige auf seinem Territorium ausgebildet habe. Laut Quellen kehrten einige von ihnen später nach Russland zurück, um an Kampfhandlungen gegen die Ukraine teilzunehmen.
Die deutsche Zeitung Welt präzisierte die Details und behauptete, dass unter den Auszubildenden möglicherweise Drohnenpiloten aus der Eliteeinheit „Rubikon' gewesen seien. Später bestätigte die Europäische Union diese Daten und erklärte, dass es sich um Hunderte von Soldaten handele, die in der VR China ausgebildet wurden.
Reaktion Peking und Moskaus
Die Parteien, die des Verschweigens militärischer Ausbildung beschuldigt werden, bestreiten diese Fakten kategorisch. Peking bezeichnete die Berichte über das Training russischer Soldaten als Versuch, die Verantwortung für den Krieg in der Ukraine auf andere Staaten abzuwälzen. Die chinesischen Behörden bestehen auf ihrer neutralen Position und der Abwesenheit geheimer Militärprogramme mit Russland.
Eine ähnliche Position vertrat auch der offizielle Sprecher des Kremls, Dmitri Peskow. Im Kommentar zu den Medienberichten erklärte er, dass solche Behauptungen nicht der Realität entsprechen, und forderte auf, sie kritisch zu betrachten. Trotz der offiziellen Entkräftungen halten westliche Nachrichtendienste und Diplomaten dieses Thema weiterhin für eines der Schlüsselthemen in der aktuellen geopolitischen Agenda.