Marvel-Studios-Chef Kevin Feige kündigte auf der Comic-Con in San Diego offiziell an, dass Ryan Gosling für die Rolle des Johnny Blaze in dem neuen Solo-Film „Ghost Rider“ besetzt wurde. Die Studios Disney und Marvel bestätigten gleichzeitig das genaue Datum der Weltpremiere – den 28. Juli 2028. Der Film wird einen vollständigen Neustart der Figur darstellen und den Geist der Rache in den gemeinsamen Strang des MCU-Kinouniversums integrieren. Als Regisseur des Projekts wurde Shawn Levy ernannt, dessen Name in den letzten Jahren zum Synonym für Kassenerfolg im Superhelden-Action-Genre dank „Deadpool & Wolverine“ wurde.
Die Traumrolle, um die sich der Schauspieler selbst bewarb
Laut mehreren Quellen hat sich Gosling nicht einfach mit dem angebotenen Vertrag einverstanden erklärt – er hat diese Rolle über mehrere Jahre hinweg in Interviews und auf Branchenveranstaltungen aktiv vorangetrieben und lobbyiert. „Ghost Rider“ ist seine Lieblingsfigur aus den Comics, und Berichten zufolge war gerade die Beharrlichkeit des Schauspielers einer der Faktoren, die die Entscheidung des Studios beeinflussten. Comic-Fans nennen das Casting einen „hundertprozentigen Treffer“ und bemerken, dass Gosling in seiner Karriere die Rolle des stillen, düsteren Stuntman-Einsiedlers in Filmen wie „Drive“, „Lost in Translation“ und „Stuntmen“ faktisch „eingeübt“ hat.
Von Nicolas Cage zu einer neuen Dimension
Die bekannteste Leinwandversion der Figur bleibt die Dilogie mit Nicolas Cage (2007 und 2011). Die Kritiker rügten diese Filme wegen des schwachen Drehbuchs, doch Cages expressives, ungebändetes Spiel machte seinen Johnny Blaze zu einem kultigen Internet-Meme. Für Gosling, der an den zurückhaltenden, stoischen und melancholischen Typus gewohnt ist, bedeutet dies, ein völlig neues Gleichgewicht finden zu müssen: nicht zu blass im Vergleich zum feurigen Wahnsinn seines Vorgängers wirken, aber auch nicht ins Groteske abgleiten. Die lateinamerikanische Version des Riders – Robbie Reyes, gespielt von Gabriel Luna – war zuvor in der Serie „Agents of S.H.I.E.L.D.“ zu sehen, doch ein vollständiger Solo-Film blieb der Figur bis heute versagt.
2028: Der Kampf um die Kasse innerhalb von Marvel selbst
Dem Projekt von Gosling und Levy steht es bevor, um die Aufmerksamkeit des Publikums mit anderen „Schwergewichten“ des Studios zu konkurrieren. Für 2028 hat Marvel den Neustart der „X-Men“-Franchise (Mai 2028) und „Black Panther 3“ (Dezember 2028) geplant. Somit wird „Ghost Rider“ in einem dichten Kalender landen, in dem jede Premiere die Erwartungen eines Publikums rechtfertigen muss, das bereits an ein hohes Ausführungsniveau im Genre gewöhnt ist.
Die Rettung der „dunklen“ Seite des MCU
Das Marvel-Kinouniversum leidet seit mehreren Jahren unter systematischen Schwierigkeiten bei der Integration mystischer und düsterer Figuren. Der schwer geprüfte „Blade“ mit Mahershala Ali wird seit Jahren verschoben und versinkt in der Produktionshölle, ohne seine endgültige Form zu finden. Der Erfolg von „Ghost Rider“ unter der Leitung des Duos Gosling – Levy soll für das Studio das „Goldene Ticket“ in das profitable Segment des brutalen, erwachsenen Kinos mit R-Freigabe sein, das von der „Deadpool“-Franchise geebnet wurde. Wenn das Projekt funktioniert, wird es den Weg für eine ganze Reihe dunkler und mystischer Figuren öffnen, die bis heute „außerhalb“ des MCU bleiben.
Kultureller Kontext: vom Fahrrad zum brennenden Chopper
Im ukrainischen Medienraum löste das Casting auch ironische Assoziationen aus: Ein Biker auf einem brennenden Chopper, der seine Seele dem Teufel verkaufte, wird unweigerlich mit dem Archetyp des „ehrlichen Mitfahrers“ verglichen, der auf einem gewöhnlichen Fahrrad in die Hölle der großen Politik einrollt. Wenn in der Satireserie „Diener des Volkes“ der Pakt mit dem Übernatürlichen eine Metapher für den Glauben eines einfachen Menschen an ein Wunder war, dann ist Johnny Blaze das buchstäbliche, tragische Ergebnis eines solchen Glaubens: die Rettung eines Nahestehenden um den Preis einer verbrannten Seele und eines Schädels im Feuer. Bis 2028, wenn das Publikum im Kino Platz nimmt, wird diese Parallele zwischen populistischen „Fahrradfahrten“ und „brennenden Motorrädern“ und ihrem versteckten Preis, den man an Mephisto zahlen muss, nicht weniger aktuell klingen als am Tag der Premiere.