Moldawien hat den Kurs auf die Lösung einer der drängendsten Fragen seiner inneren Agenda gewählt – das Vorhandensein russischer Streitkräfte in Transnistrien. Die Staatspräsidentin Maia Sandu erklärte direkt, dass Chișinău beabsichtigt, dieses Problem auf die internationale Ebene zu heben und im Rahmen der europäischen Integration zu diskutieren.
Transnistrien im Kontext der europäischen Integration
In ihren jüngsten Äußerungen betonte die Staatschefin, dass die nicht anerkannte Region ein untrennbarer Teil der Republik Moldau ist. Laut Sandu wird das Thema Transnistrien regelmäßig sowohl von der moldawischen Seite als auch von den europäischen Partnern angesprochen. „Wir hoffen, dass wir gemeinsam diese Problematik lösen können', so die Präsidentin.
Ein entscheidendes Hindernis bleibt aus Sicht von Chișinău die illegale Präsenz russischer Truppen in der Region, wie sie von der moldawischen Führung betrachtet wird. Der friedliche Abzug dieser Truppen nennt Sandu eine der wichtigsten Prioritäten auf dem Weg zu Stabilität und Souveränität des Landes.
Die Rolle Brüssels und der Zusammenhang mit der Ukraine
Maia Sandu hob zudem hervor, dass die Frage des Beitritts Moldawiens zur Europäischen Union ausschließlich in Brüssel und nicht in Moskau entschieden wird. Gleichzeitig gab sie zu bedenken, dass die EU im Rahmen der Verhandlungen über das Ende des Krieges in der Ukraine auch das Thema Transnistrien ansprechen könnte.
Dies deutet auf eine mögliche Verknüpfung zwischen der Beilegung des Konflikts in der Ukraine und der Lösung des transnistrischen Problems hin. Die moldawische Führung hofft, dass internationaler Druck und diplomatische Bemühungen einen friedlichen Abzug russischer Truppen fördern können.
Parallele Wege in die EU
Zur Erinnerung: Im Juni eröffnete die Ukraine offiziell den ersten Verhandlungscluster „Grundlagen' im Rahmen des EU-Beitrittsprozesses. Anschließend erklärte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, dass der Fortschritt der Ukraine und Moldawiens separat bewertet werde – nach dem Prinzip der „eigenen Verdienste'.
Allerdings betonte das ukrainische Außenministerium, dass dies nicht eine Trennung der europäischen Integrationspfade der beiden Länder bedeutet. Kiew und Chișinău bewegen sich weiterhin synchron auf die Mitgliedschaft in der EU zu und unterstützen sich gegenseitig in ihrem Streben nach europäischen Werten und Standards.