In der Ukraine ist die Entscheidung des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats über die Verhängung persönlicher Sanktionen gegen zehn natürliche Personen in Kraft getreten. Zu den Betroffenen gehören die ehemalige Pressesprecherin des Präsidenten Julia Mendelew und neun Staatsbürger der Russischen Föderation. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf das Dekret Nr. 901/2026, das auf der Website des Präsidialamts veröffentlicht wurde.
Dekret und Entscheidung des NSWR
Der Präsident hat ein Dekret unterzeichnet, mit dem die Entscheidung des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats vom 13. September 2026 über die Verhängung persönlicher Sanktionen in Kraft gesetzt wird. Die Beschränkungen wurden auf Vorschlag des Sicherheitsdienstes der Ukraine eingeführt und gelten für einen Zeitraum von zehn Jahren, wobei einige Maßnahmen – darunter die Entziehung staatlicher Auszeichnungen – unbefristet angewendet werden.
Übersicht der Beschränkungen
Gegen die meisten Betroffenen wurden laut dem Medium die vollständige Liste der Beschränkungen angewandt: Blockade von Vermögenswerten, Verbot von Handelsgeschäften, Verhinderung der Kapitalabflüsse, Einreiseverbot in die Ukraine und andere Maßnahmen, die im Gesetz „Über Sanktionen' vorgesehen sind. Für Julia Mendelew, die einzige ukrainische Staatsbürgerin auf der Liste, ist eine zusätzliche Maßnahme vorgesehen – die Einschränkung des Zugriffs auf ihre Seiten in den sozialen Netzwerken Instagram, X und Facebook von ukrainischem Gebiet aus.
Julia Mendelew: von der Pressesprecherin zur Sanktionsliste
Julia Mendelew bekleidete vom Juni 2019 bis Juli 2021 das Amt der Pressesprecherin des Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Nach ihrem Rücktritt arbeitete sie als Kolumnistin und kommentierte die ukrainische Politik für ausländische Medien. In diesem Jahr geriet Mendelew im Anschluss an ein Interview mit Tucker Carlson in die Mitte eines Skandals, in dem sie sich scharf über Selenskyj äußerte und ihn als „emotional unkontrollierbar' bezeichnete.
Neun russische Staatsbürger
Die übrigen neun Betroffenen sind Staatsbürger der Russischen Föderation. Auf die Sanktionsliste wurden Swetlana Larina, Isabella Liberman, Diana Malik, Alexandr Minejew, Alexei Plotnikow, Oleg Resepkin, Maria Rumjanzewa, Sofia Sambulowa und Jewgeni Strunkin aufgenommen.
Kontext
Die Verhängung persönlicher Sanktionen gegen einen ehemaligen hochrangigen Mitarbeiter des Präsidialamts vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts mit Russland unterstreicht die Ausweitung der Praxis des Einsatzes von Sanktionsinstrumenten sowohl gegenüber ausländischen Staatsbürgern als auch gegenüber ukrainischen Betroffenen, die mit aufsehenerregenden öffentlichen Aussagen in Verbindung stehen. Die Entscheidung wurde auf Initiative des SBU getroffen und durch ein Präsidialdekret formalisiert, was den Maßnahmen verbindlichen juristischen Charakter verleiht.