Die US-Ölsanktionen gegen Russland sind wieder in vollem Umfang in Kraft getreten. Washington hat die vorübergehenden Ausnahmen außer Kraft gesetzt, die zuvor zur Stabilisierung der Weltmärkte vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen im Ormuz-Straße eingeführt worden waren.
Dies erklärte der vom ukrainischen Präsidenten ernannte Beauftragte für Sanktionspolitik, Wladyslaw Wlasjuk. Nach seinen Angaben wurden die Beschränkungen für die größten russischen Ölkonzerne – „Rosneft“ und „Lukoil“ – offiziell wiederhergestellt.
Grund für die vorübergehende Aufhebung
Die vorübergehende Pause in der Sanktionspolitik wurde am 12. März eingeleitet. Damals beschloss Washington, Ausnahmen einzuführen, angesichts der Eskalation des Konflikts mit dem Iran und der Bedrohung einer Blockade des Ormuz-Straits. Die Länder des Nahen Ostens waren nicht in der Lage, ihre Energieträger zu exportieren, was weltweit zu einem starken Anstieg der Ölpreise führte.
Von Anfang an betonte die US-Regierung, dass dieser Schritt ausschließlich vorübergehender Natur sei. Aufgrund der instabilen Lage wurden die Ausnahmen jedoch mehrmals verlängert.
Politische Zusammenhänge
Offiziell lief die Gültigkeitsdauer der Erleichterungen am 17. Juni aus. Dennoch veröffentlichte das Weiße Haus keine offiziellen Erklärungen zur Wiederaufnahme des Sanktionsregimes. Gleichzeitig erklärte Donald Trump, er prüfe weiterhin die Frage nach weiteren Maßnahmen.
Die endgültige Entscheidung fiel am 25. Juni. US-Außenminister Marco Rubio teilte mit, dass Trump bei der Entscheidung, die Ausnahmen nicht mehr zu verlängern, von der Entwicklung der Energiepreise auf dem Weltmarkt geleitet wurde.
Finanzielle Folgen
Experten haben den Gewinn berechnet, den Russland während der Laufzeit der Erleichterungen erzielt hat. Laut dem Analyseunternehmen S&P Global konnte die russische Wirtschaft zwischen dem 12. März und dem 17. Juni dank der Möglichkeit, Öl ohne Beschränkungen zu exportieren, zusätzliche mehr als 2 Milliarden Dollar erwirtschaften.