Die Situation rund um das iranische Atomprogramm steht erneut im Fokus der internationalen Gemeinschaft. Journalisten, die Zugang zu zuvor geheimen Satellitenbildern erhalten haben, haben eine beunruhigende Aktivität in Teheran dokumentiert. Trotz des unterzeichneten Waffenstillstandsabkommens scheint der Iran die Arbeiten an wichtigen Atomstandorten wieder aufgenommen zu haben.
Beweise für die Wiederaufnahme der Arbeiten
Die von CNN gemeinsam mit dem Institut für Wissenschaft und internationale Sicherheit (ISIS) durchgeführte Datenanalyse basiert auf Aufnahmen aus den Monaten Juni und Juli. Die Bilder zeigen, dass der Iran aktive Schritte zur Wiederherstellung der Infrastruktur unternimmt, in der zuvor angereichertes Uran gelagert worden sein könnte.
Die Chronologie der Ereignisse, abgeleitet aus den Aufnahmen, sieht wie folgt aus:
- Zuerst wurden über den durch die Angriffe entstandenen Löchern temporäre Schutzdächer errichtet.
- In den folgenden Wochen, während die Absichtserklärung noch in Kraft war, erschienen Betonmischer an den Standorten.
- Anschließend wurden die temporären Konstruktionen abgebaut und durch Netze ersetzt, was auf den Abschluss der Reparaturphase hindeutet.
Ziele der Wiederherstellung: Parchin und Pixaks
Experten stellen fest, dass die intensive LKW-Bewegung ein deutliches Zeichen für die Absicht ist, die durch die Angriffe der USA und Israels entstandenen Öffnungen zu verschließen. In den letzten Wochen wurden Fahrzeuge regelmäßig an den Einfahrten und Ausfahrten der Tunnel registriert.
Besondere Aufmerksamkeit der Analysten galt zwei Standorten:
- Der Standort im Dorf Parchin bei Teheran, der während der amerikanischen Kampagne wiederholt angegriffen wurde.
- Der als „Berg Pixaks“ bekannte Standort.
Politischer Kontext und Eskalation
Die Wiederaufnahme der Arbeiten wirft ernsthafte Fragen bezüglich der Einhaltung der Absichtserklärung durch den Iran auf, die Ende Juni mit den USA unterzeichnet wurde. Dies geschah noch bevor Präsident Trump, so die Beobachter, das Abkommen faktisch für gescheitert erklärte und neue Angriffe auf das Land anordnete.
Angesichts dieser Ereignisse zeigten andere bekannte Atomstandorte keine Anzeichen von Beschädigungen. Allerdings wurde in Isfahan Aktivität der iranischen Raketenstreitkräfte registriert, was auf die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft hindeutet.
Vom Waffenstillstand zum neuen Krieg
Nach Monaten der Blockade der Straße von Hormus und gegenseitiger Angriffe konnten sich die Parteien auf ein Rahmenabkommen einigen. Dieses sah die Fortsetzung des Waffenstillstands und die Öffnung eines Wegs für die Diskussion zentraler Fragen vor, um innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Friedensvertrag zur Beendigung des Krieges abzuschließen.
Der Frieden hielt jedoch nicht lange an. Die Angriffe wurden wieder aufgenommen: Am Vortag gaben die USA bekannt, 90 militärische Ziele im Iran getroffen zu haben. Laut Axios bereitet sich Washington auf eine Wiederaufnahme der gegenseitigen Angriffe über die Straße von Hormus vor. Die neue Militäroffensive könnte mehrere Tage bis zu einem Monat dauern.