Aktuelle Satellitenbilder, die vom Dienst Planet Labs erhalten wurden, dokumentieren im Detail die Folgen von Angriffen auf strategisch wichtige Infrastruktur in der Krim. Auf den Aufnahmen sind deutlich Schäden an der Tschongarsker Brücke und eine in der Nähe aufgestellte Pontonfährüberführung zu erkennen, die dazu dienen sollen, die logistischen Verluste der Besatzungstruppen auszugleichen.
Visuelle Beweise der Zerstörung
Auf den Satellitenbildern sind im mittleren Bereich der Brücke deutlich dunkle Flecken zu erkennen, die auf direkte Treffer von Munition hindeuten. Diese Schäden bestätigen die Wirksamkeit der jüngsten Angriffe auf die entscheidende logistische Arterie, die die Krim mit dem ukrainischen Festland verbindet.
Parallel zu den Zerstörungen der Brücke wurde auf den Aufnahmen eine Pontonfährüberführung dokumentiert. Sie wurde in unmittelbarer Nähe der Hauptkonstruktion aufgestellt, was auf einen Versuch hindeutet, den Verkehr trotz der Beschädigung der Hauptbrücke aufrechtzuerhalten.
Vorbereiteter Notfallplan
Die Analyse von Archivdaten und Satellitenbildern der Vorjahre lässt den Schluss zu, dass sich die russischen Besatzer auf ein solches Szenario bereits im Voraus vorbereitet hatten. Die Pontonfährüberführung in der Nähe der Tschongarsker Brücke wurde erstmals im Juni 2023 gesichtet.
Nachdem sie an die Oberfläche gebracht worden war, versteckten die Besatzer die Konstruktion unter der Brücke selbst. Diese Entscheidung ermöglichte es, die Reserveüberführung einsatzbereit zu halten, um sie im Falle einer Beschädigung der Hauptkonstruktion schnell in Betrieb zu nehmen.
Logistische Bedeutung der Überführung
Die Tschongarsker Brücke ist der kürzeste und bequemste Weg zwischen der vorübergehend besetzten Krim und dem Festland. Über diese Überführung haben die russischen Truppen den größten Teil des Transfers von Technik, Munition und anderen militärischen Gütern in Richtung des südlichen Frontabschnitts durchgeführt.
Alternative Routen über Armenijsk und Perekop gelten als weniger effizient. Sie sind deutlich länger und stellen logistisch eine komplexere Herausforderung dar, was ihre Nutzung für die Besatzungstruppen weniger attraktiv macht.
Chronologie der Angriffe und Verkehrseinschränkungen
Der erste Schlag gegen die Tschongarsker Brücke erfolgte am 7. Juni. Nach dem Angriff stellten die Besatzer den Verkehr teilweise wieder her und organisierten eine Gegenfahrbahn. Bereits am 9. Juni geriet die Überführung jedoch erneut unter den Angriff von unbemannten Fluggeräten, wodurch der Verkehr vollständig eingestellt wurde.
Als Reaktion darauf empfahl die Besatzungsverwaltung die Nutzung alternativer Routen über Armenijsk und Perekop. Darüber hinaus wurde am 10. Juni in der Region Cherson der Verkehr über die Brücke zwischen Heneitschensk und der Arabatsker Halbinsel eingestellt. Dies ist bereits die zweite wichtige Überführung, deren Verkehr die Besatzer in den letzten Tagen einstellen mussten.
Auch die russischen Truppen haben den Transport militärischer Güter auf der Straße zwischen Mariupol und Simferopol aufgrund ständiger Angriffe ukrainischer Drohnen eingeschränkt. Die logistische Lage in der Region bleibt angespannt, und die Versuche, eine vollständige Verbindung über die Krim wiederherzustellen, stoßen auf erhebliche Hindernisse.