Eine Investorengruppe, angeführt vom Souveränen Fonds Saudi-Arabiens, erwartet die offizielle Genehmigung der Europäischen Union für die Übernahme des Spielekonzerns Electronic Arts (EA). Der Deal wird auf 55 Milliarden US-Dollar geschätzt. Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters von gut informierten Quellen planen die EU-Regulierungsbehörden, die Transaktion im Rahmen der Vorschriften zur Kontrolle ausländischer Subventionen zu genehmigen.
Strategie der Diversifizierung und Ambitionen Saudi-Arabiens
Initiatoren dieses größten Hebelkaufs in der Geschichte sind drei Schlüsselspieler: der Souveräne Fonds Saudi-Arabiens (PIF), die Investmentfirma Silver Lake und der Fonds Affinity Partners, der mit Jared Kushner verbunden ist. Die Absichtserklärung zur Transaktion wurde bereits im September des vergangenen Jahres veröffentlicht.
Für Saudi-Arabien, das über einen Fonds mit Vermögenswerten von 1 Billion US-Dollar verfügt, ist der Kauf von EA ein strategischer Schritt im Rahmen eines umfassenden Programms zur Diversifizierung der Wirtschaft. Das Königreich strebt danach, die Abhängigkeit vom Ölsektor zu verringern, indem Kapital in Tourismus, Sport, Infrastruktur und digitale Unterhaltung gelenkt wird. Insbesondere wird auf die Schaffung eines globalen Zentrums für Computerspiele gesetzt, gestützt auf den langfristigen Wert beliebter Franchises wie FIFA (zukünftig FC), die auch nach dem Ende eines anhaltenden Branchenschwunds relevant bleiben werden.
Regulatorischer Prozess in der Europäischen Union
Ein entscheidender Schritt für den Abschluss der Transaktion ist die Entscheidung der Europäischen Kommission, die als Kartellbehörde fungiert. Es wird erwartet, dass der Regulator am 30. Juli den Kauf gemäß der Verordnung über ausländische Subventionen genehmigt. Dieses Dokument wurde entwickelt, um Situationen zu verhindern, in denen Unternehmen aus Nicht-EU-Ländern staatliche Subventionen nutzen, um unfaire Vorteile beim Kauf von Wettbewerbern auf dem europäischen Markt zu erlangen.
Geplant ist, dass die vorläufige Prüfung der Transaktion am 22. Juli abgeschlossen wird, woraufhin eine bedingungslose Genehmigung folgen soll. Diese Entscheidung wird schneller getroffen als in früheren Fällen mit Investoren aus dem Nahen Osten. Beispielsweise wurden die Übernahmen des deutschen Chemieunternehmens Covestro durch die Staatsgesellschaft ADNOC aus Abu Dhabi oder der Beteiligung an der tschechischen Telekommunikationsfirma PPF durch die Gruppe e& aus den VAE erst nach langen Untersuchungen und der Behebung festgestellter Verstöße genehmigt.