Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) hat zwei neue Fälle dokumentiert, in denen Russland Munition mit gefährlichen radioaktiven Elementen gegen ukrainisches Territorium eingesetzt hat. Es geht um die Verwendung von Komponenten aus angereichertem Uran in Kampfdrohnen, was eine direkte Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung und die Umwelt darstellt.
Details zu den Vorfällen in der Region Sumy
Laut Informationen der Pressestelle der SBU haben die Gegenabwehr und Ermittler Fälle des Einsatzes verbotener Technologien während der Angriffe auf die Region Sumy aufgedeckt. Die Vorfälle ereigneten sich im April 2026, als die Besatzer die Region zweimal mit unbemannten Fluggeräten vom Typ „Geran-2“ beschossen.
Experten stellten fest, dass die russischen Streitkräfte als Kampflast für diese Drohnen gelenkte Luft-Luft-Raketen vom Typ R-60M verwendeten. Die Untersuchung bestätigte, dass die Kampfköpfe dieser Raketen Zerstörungselemente enthalten, die aus angereichertem Uran hergestellt wurden.
Strahlungsniveau und Folgen
An den Absturzorten der Drohnen führte eine Ermittlungsgruppe zusammen mit Experten des Staatlichen Dienstes für Notfälle (GSCHS) Messungen des Strahlungshintergrunds durch. Die Ergebnisse waren besorgniserregend:
- An einem der Einschlagorte betrug die Gammastrahlung 8,3 µSv/h.
- Am zweiten Ort wurde ein Wert von 10,5 µSv/h registriert.
Diese Werte liegen erheblich über dem natürlichen Strahlungshintergrund. Laut Untersuchung betrug die Gesamtmasse des angereicherten Urans in der Kampflast der Raketen 2810 Gramm. Nach dem Auffinden der gefährlichen Komponenten wurden diese von den Spezialisten neutralisiert.
Ermittlungen und Einsatzgeschichte
Ermittler der SBU haben bereits ein vorgerichtliches Ermittlungsverfahren gemäß Artikel 438 des Strafgesetzbuchs der Ukraine eingeleitet, der die Verantwortung für Kriegsverbrechen vorsieht. Ziel der Ermittlungen ist es, die Personen zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen, die an der Organisation und Durchführung von Angriffen mit verbotener Munition beteiligt waren.
Dies ist nicht der erste Fall, in dem solche Tatsachen festgestellt wurden. Bereits im April 2026 deckte die Gegenabwehr der SBU eine erhöhte Radioaktivität auf Trümmern einer russischen Drohne in der Region Tschernihiw auf. Damals erreichte die Gammastrahlung 12 µSv/h, und in der Kampflast der Rakete R-60 wurden ebenfalls Isotope von Uran-235 und Uran-238 entdeckt.