Im ukrainischen Verteidigungskomplex wurde eine schwerwiegende Sabotage aufgedeckt. Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) hat gemeinsam mit dem Verteidigungsministerium und der Führung einer Militärakademie die Aktivitäten eines Agenten des Hauptnachrichtendienstes (GRU) Russlands unterbunden. Betroffen waren neueste Entwicklungen im Bereich der unbemannten Systeme.

Verlust von Technologien und Sabotage von innen

Im Zentrum des Falls steht ein Dozent eines wissenschaftlichen Zentrums an der Akademie. Mitarbeiter der Militärgeheimdienstabteilung stellten fest, dass der Dozent systematisch vertrauliche Projektdokumentation an einen russischen Kurator weitergab. Es handelt sich um Pläne und technische Daten neuester Drohnen, die für die Verteidigungskräfte der Ukraine entwickelt werden.

Doch die Aktivitäten des Verräters beschränkten sich nicht nur auf Datenlecks. Wie die SBU mitteilte, sabotierte der Agent absichtlich die inländische Produktion. Er erklärte Entwicklungen ukrainischer Hersteller, die einer Expertenbewertung unterzogen wurden, grundlos als unrentabel. Zu diesem Zweck erstellte der Dozent gefälschte „negative' Gutachten zu Testprojekten für unbemannte und robotische Systeme, um deren Einführung in den Streitkräften zu verhindern.

Verhaftung „auf frischer Tat'

Die Ermittler der SBU handelten nicht sofort, sondern dokumentierten jeden Schritt des Spions und nutzten seine Kommunikationskanäle, um den Gegner zu desinformieren. Die Verhaftungsaktion wurde im Arbeitszimmer des Verdächtigen durchgeführt. Der Agent wurde im Moment der Datenübertragung festgenommen.

Bei der Durchsuchung wurden zwei Mobiltelefone und Computergeräte beschlagnahmt, die zur Kommunikation mit russischen Nachrichtendiensten und zur Übermittlung von Geheiminformationen verwendet wurden.

Motivation und Urteil

Laut Ermittlungsergebnissen erfolgte die Rekrutierung des Dozenten über einen Bekannten aus Russland. Als Köder wurde dem Verräter eine hohe Position in der russischen Besatzungsverwaltung versprochen.

Dem Täter wurde nun der Verdacht gemäß Teil 2 des Artikels 111 des Strafgesetzbuches der Ukraine (Hochverrat unter Kriegsbedingungen) mitgeteilt. Das Gericht hat als Sicherungsmaßnahme die Haft ohne Möglichkeit einer Kaution angeordnet. Wenn die Schuld bewiesen wird, droht dem Spion lebenslange Haft mit Einziehung des Vermögens.

Dies ist nicht der einzige prominente Fall der letzten Tage. Zuvor wurde in Kiew der sogenannte „ehemalige Minister' für Energie der Krim, Sergei Kolobow, festgenommen. Auch in den Medien wird das Urteil gegen den ehemaligen Chef des Stabes des ATZ bei der SBU, Dmitri Kozjura, diskutiert, der lebenslange Haft wegen Hochverrats erhielt.