In Chișinău ist die Geschichte eines der wichtigsten Zentren des kulturellen Austauschs zwischen den beiden Ländern zu Ende gegangen. Das Russische Zentrum für Wissenschaft und Kultur, bekannt als 'Russisches Haus', hat am 4. Juli offiziell seine Tätigkeit eingestellt. Die Entscheidung zur Schließung war die Folge der Denunzierung der zwischenstaatlichen Vereinbarung durch die moldauischen Behörden.
Offizielles Ende des Betriebs
Die Botschaft Russlands in Moldawien bestätigte die Schließung der Einrichtung. In einer offiziellen Erklärung drückten die Diplomaten ihr 'tiefes Bedauern' aus und stellten fest, dass das Zentrum viele Jahre lang eine Plattform für Dialog und Freundschaft zwischen den Völkern gewesen sei. Trotz der Einstellung des Betriebs des Gebäudes versicherte die russische Seite, dass das Interesse an der russischen Sprache und Kultur nicht verschwinden werde.
Die zuvor vom Zentrum wahrgenommenen Funktionen sind nun teilweise auf die Botschaft der Russischen Föderation übergegangen. Die diplomatische Mission erklärte, dass sie die humanitären Kontakte im Rahmen der Befugnisse weiterentwickeln werde, die durch die Wiener Übereinkunft über diplomatische Beziehungen von 1961 vorgesehen sind. Für Fragen zur Bildungs- und Kulturzusammenarbeit wird den Bürgern nun empfohlen, sich direkt an die Kulturabteilung der Botschaft zu wenden.
Ursachen und Voraussetzungen
Das 'Russische Haus' war seit 2009 in der moldauischen Hauptstadt tätig. Im Jahr 2025 beschlossen die Behörden des Landes jedoch die Denunzierung des Abkommens, das seine Tätigkeit regelte. Grundlage für diesen Schritt waren wiederholte Verletzungen des moldauischen Luftraums durch russische Drohnen. Die offizielle Benachrichtigung über die Beendigung des Dokuments war Moskau bereits im Dezember des vergangenen Jahres übermittelt worden.
Der moldauische Kulturminister Christian Jardan betonte, dass über das Zentrum zuvor junge Menschen zur Ausbildung nach Russland geschickt wurden. Er warnte vor den Risiken für die Bürger des Landes, die mit solchen Programmen verbunden sind.
Reaktion auf die Initiative in Transnistrien
Unmittelbar nach der Nachricht über die Schließung in Chișinău erklärte der Leiter des Außenministeriums der nicht anerkannten Region Transnistrien, Witali Ignatjew, die Absicht, ein ähnliches 'russisches Zentrum' in der Region zu eröffnen. Diese Initiative löste eine scharfe Reaktion der offiziellen moldauischen Behörden aus.
Das Büro für Reintegration stellte fest, dass die Vertreter von Tiraspol keine rechtlichen Befugnisse haben, um solche Entscheidungen zu treffen. Der stellvertretende Ministerpräsident für Reintegration, Valeriu Kiver, fügte hinzu, dass die Errichtung eines solchen Zentrums nur auf der Grundlage eines bilateralen Abkommens zwischen Moldawien und Russland möglich sei.
Der Parlamentspräsident Igor Grosu nannte den Vorschlag zur Eröffnung eines Zentrums in Transnistrien eine 'weitere russische Provokation'.
Kontext des globalen Netzwerks
Die Ereignisse in Chișinău spielen sich vor dem Hintergrund weitergehender Prozesse ab. Zuvor hatte Russland erstmals öffentlich die Verbindung seiner sogenannten 'russischen Häuser' in afrikanischen Ländern mit einer privaten Militärfirma anerkannt. Nach Angaben der ukrainischen Seite war es genau diese Struktur, die an der Schaffung und Sicherstellung des Betriebs russischer Kulturzentren auf dem afrikanischen Kontinent beteiligt war.