In einem Zug auf der Strecke Warschau – Tłuszcz entbrannte ein Konflikt, bei dem ein ukrainischer Jugendlicher Opfer eines Angriffs wurde. Die Aggression zweier Männer konnte nur durch das Eingreifen anderer Fahrgäste gestoppt werden, die nicht tatenlos zusahen und die Anstifter der Schlägerei aus dem Waggon stießen.
Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des Bahnhofs Kobyłka-Osów. Laut Polizei waren zwei Männer im Alter von 20 und 22 Jahren am Konflikt beteiligt. Ihr Opfer war ein 16-jähriger Staatsbürger der Ukraine. Der Jugendliche gab gegenüber den Strafverfolgungsbehörden zu, dass er die Gründe nicht versteht, warum man sich gerade auf ihn stürzte.
Xenophobe Parolen und Eingreifen der Fahrgäste
Die Situation im Waggon geriet schnell außer Kontrolle. Auf Aufnahmen, die später im Internet erschienen, ist zu sehen, wie die Angreifer den Jungen beleidigen und bedrohen. Nutzer, die das Video kommentieren, berichten, dass die Männer xenophobe Parolen gegen Ukrainer und Weißrussen skandierten.
Die Aggressoren stießen jedoch auf Widerstand. Als einer von ihnen versuchte, sich einem Fahrgast zu nähern, der das Geschehen filmte, hielten ihn andere Personen im Waggon auf. Der Zugführer befahl den Männern, den Waggon zu verlassen, was zu einer körperlichen Auseinandersetzung führte.
Während der Schlägerei schob einer der Angreifer den Zugführer weg. Als Reaktion darauf stieß ein anderer Fahrgast den Angreifer direkt aus dem fahrenden Zug. Sein Komplize wurde ebenfalls von anderen Personen außer Gefecht gesetzt.
Offizielle Version und Geldstrafen
Nach der Festnahme wurden beide Männer auf Alkoholkonsum überprüft. Es stellte sich heraus, dass sie nüchtern waren; Tests auf andere Substanzen wurden nicht durchgeführt.
Die Polizei präzisierte, dass die Mutter des betroffenen Jugendlichen die Einreichung einer offiziellen Anzeige abgelehnt habe und nicht bestätigt habe, dass der Vorfall nationalistische Hintergründe hatte. Die Strafverfolgungsbehörden stellten auch fest, dass sie keine offiziellen Meldungen über die im Internet beschriebenen xenophoben Rufe erhalten hatten.
Schließlich wurden die Männer wegen Störung der öffentlichen Ordnung mit Geldstrafen belegt. Die Höhe der Strafe belief sich auf jeweils 500 Złoty.
Kontext: Zunahme der Spannungen
Der Vorfall bei Warschau ist kein Einzelfall. Dies ist bereits nicht der erste ähnliche Vorfall in Polen in letzter Zeit. Zuvor hatte ein Gericht in Breslau zwei Männer, die des Angriffs auf ein ukrainisches Paar verdächtigt werden, für drei Monate in Haft genommen. Ihnen droht eine lange Haftstrafe.