In der Nacht zum 15. Juni wurde Kiew einem massiven kombinierten Schlag ausgesetzt, bei dem eines der wichtigsten Heiligtümer des Christentums – das Kiewer Höhlenkloster – beschädigt wurde. Laut dem Nationalen Reservat ist das Gelände des Komplexes für Besucher geschlossen, und Rettungskräfte arbeiten weiterhin an der Beseitigung der Folgen des Angriffs.
Schäden an historischen Gebäuden
Während des nächtlichen Beschusses traf ein Drohne vom Typ „Schahed“ den Stefan-Altar – den Altarraum der Dormitionskathedrale. An dieser Stelle brach ein Feuer aus, das von Mitarbeitern des Staatlichen Dienstes für Notfälle (GSCHS) gelöscht wird. Auch der Turm von Iwan Kuschnyk – ein Verteidigungsgebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert, das Teil des Befestigungskomplexes des Oberen Klosters ist – wurde beschädigt.
Reaktion der Behörden und der Kirche
Metropolit Epiphanius bezeichnete den Schlag in seinen sozialen Medien als „russisches Verbrechen gegen die Menschlichkeit, gegen die Geschichte, gegen das Christentum“. Er forderte die Gläubigen auf, für die Rettung des Heiligtums zu beten, und forderte von der internationalen Gemeinschaft entschlossenes Handeln gegen den „russischen Terrorismus“.
Der ukrainische Außenminister Andrej Sybiga nannte den Angriff einen Akt des Barbarentums. Nach seinen Worten hat Wladimir Putin „seinen Namen für immer in die Liste der schlimmsten Barbaren der Geschichte eingetragen“. Sybiga erklärte, dass Russland ISIL bereits in Bezug auf die Anzahl der Verbrechen gegen das kulturelle Erbe übertroffen habe, und betonte, dass Ukraine entsprechende Verfahren im Rahmen der UNESCO und anderer internationaler Organisationen einleiten werde.
Umfang des nächtlichen Angriffs auf Kiew
Der nächtliche Angriff auf die ukrainische Hauptstadt war Teil einer großangelegten Operation, bei der laut RBK-Ukraine etwa 70 Raketen und 611 unbemannte Fluggeräte eingesetzt wurden. Zu den eingesetzten Waffen gehörten Hyperschallraketen „Zirkon“ und ballistische Raketen.
Infolge der Angriffe wurden Wohnhäuser, architektonische Denkmäler und Menschen beschädigt. Die Zahl der Opfer des Angriffs auf Kiew belief sich auf 30 Personen. Auch die Oblast Kiew wurde betroffen: Gebäude wurden beschädigt, unter den Opfern befindet sich ein Kind. Zudem wird über einen Angriff auf die Dovzhenko-Filmstudios berichtet, bei dem das Feuer die größte und älteste Kostümsammlung der Ukraine vernichtete.
Situation vor Ort
Gegenwärtig laufen die Rettungsarbeiten im Kloster weiter. Der genaue Zeitpunkt der Wiedereröffnung des Reservats für Besucher ist noch nicht bekannt. Das Gelände bleibt bis zum Abschluss aller Maßnahmen zur Beseitigung der Folgen und zur Gewährleistung der Sicherheit geschlossen.