In der Nacht zum 15. Juni wurde die Stadt Dnipro Ziel eines weiteren massiven Angriffs russischer Truppen. Zu den beschädigten Objekten gehörte eines der bedeutendsten Kulturzentren der Region – das Haus für Orgel- und Kammermusik. Das Gebäude, ein Denkmalschutzobjekt von nationaler Bedeutung, erlitt infolge des Raketenangriffs schwere Schäden.
Zerstörung eines einzigartigen Instruments
Besondere Besorgnis bereitet das Schicksal des Hauptinstruments des Konzertsaals – der Orgel. Wie der Vorsitzende des Oblastrats von Dnipropetrowsk, Nikolai Lukaschuk, mitteilte, wurde dieser einzigartige Mechanismus bereits 1985 im Saal installiert. Die Orgel wurde speziell für diesen Raum von der deutschen Firma Sauer gebaut, was sie zu einer der Visitenkarten des Hauses machte.
Der Direktor und künstlerische Leiter des Hauses, Anton Tscherneta, bestätigte, dass das Instrument kritisch beschädigt wurde. Nach seinen Worten ist ein Spiel auf der Orgel derzeit unmöglich. Auf in sozialen Medien veröffentlichten Aufnahmen sind zerstörte Teile des Mechanismus, zerbrochenes Glas und Türen zu sehen.
Zerstörung der Infrastruktur
Die Schäden betrafen nicht nur das Innere, sondern auch den äußeren Zustand des Gebäudes. Anton Tscherneta beschrieb die Situation als katastrophal: Das Gelände um das Haus sei „vollständig zerstört“, und Trümmerteile von Raketen haben alle zugänglichen Konstruktionen beschädigt.
„Infolge des Raketenangriffs auf die Stadt Dnipro gegen 2 Uhr morgens erlitt das Haus für Orgel- und Kammermusik erhebliche Schäden“, so der Direktor der Einrichtung.
Folgen für das kulturelle Leben
Aufgrund der massiven Zerstörungen wurde die Tätigkeit des Konzertsaals vorübergehend eingestellt. Nikolai Lukaschuk nannte das Geschehene „russischen Terrorismus im echten Leben“ und stellte fest, dass die Stadt einen weiteren wichtigen kulturellen Ort verloren hat.
Der Angriff auf Dnipro war Teil eines großangelegten Schlags, der in dieser Nacht auch Kiew und andere Regionen der Ukraine traf. In Sumy und Charkiw wurden Treffer in Wohnhäusern und Infrastrukturobjekten registriert, und der Eisenbahnverkehr wurde unterbrochen.