In der Nacht zum 7. Juni ereignete sich in der Nähe des Kernkraftwerks Tschernobyl ein Vorfall, der international große Besorgnis auslöste. Ein russisches unbemanntes Fluggerät (UAV) griff ein Objekt der nuklearen Infrastruktur an – das Zentralisierte Lager für abgebrannten nuklearen Brennstoff (ZLAJ). Der Vorfall ereignete sich im Dorf Buriakowka in der Oblast Kiew, etwa 15 Kilometer vom Kraftwerk entfernt.

Details des Angriffs und Folgen

Laut dem Staatlichen Atomenergiekonzern „Energoatom“ erfolgte der Angriff gegen etwa 02:10 Uhr. Ein feindlicher UAV, der später als Kampfdrohne vom Typ Shahed identifiziert wurde, traf das Gebäude für die Annahme von Containern. Durch die Explosion erlitt das Gebäude teilweise Zerstörungen: Fassade, Fenster und Türen wurden beschädigt. Die Druckwelle des Explosionsvorgangs betraf auch benachbarte Bauten.

Unmittelbar nach dem Treffer entstand ein Brand mit einer Fläche von etwa 40 Quadratmetern. Die Einsatzkräfte lokalisierten das Feuer schnell und löschten es vollständig. Bei „Energoatom“ wurde ein entscheidender Punkt betont: Im angegriffenen Gebäude befand sich zum Zeitpunkt des Einschlags kein abgebrannter nuklearer Brennstoff.

Strahlungslage

Trotz der Nähe zu Objekten, die nukleare Materialien enthalten, bleibt die Lage am Standort unter Kontrolle. Der Strahlungszustand im Bereich des ZLAJ liegt innerhalb der Norm. Spezialisten führen weiterhin Überwachungen durch und arbeiten mit staatlichen Sicherheitsbehörden zusammen.

Dieser Vorfall erinnert an den großen Waldbrand in der Sperrzone von Tschernobyl, der im Mai 2026 stattfand. Damals erfasste das Feuer weite Teile des Reservats, doch die zuständigen Behörden berichteten, dass der Gammastrahlungswert und die Konzentration von Radionukliden die zulässigen Grenzwerte nicht überschritten.

Reaktion internationaler Organisationen

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) bestätigte den Erhalt von Informationen aus der Ukraine über den Angriff. Der Generaldirektor der Agentur, Rafael Grossi, äußerte tiefe Besorgnis über den Vorfall.

„Angriffe auf nukleare Objekte sind absolut inakzeptabel und widersprechen direkt den Schlüsselprinzipien der nuklearen Sicherheit“, erklärte Grossi. Er betonte, dass der Angriff auf einem Objekt stattfand, an dem nur wenige Meter vom beschädigten Gebäude entfernt große Mengen nuklearen Materials gelagert werden. Das Team der IAEA plant, das Objekt in Kürze persönlich zu besichtigen, um die Folgen zu bewerten.

Position Kiews

Im Generalstab der Streitkräfte der Ukraine wurde festgestellt, dass Russland weiterhin grob gegen die Normen des Völkerrechts verstößt und beispiellose Bedrohungen für die nukleare Sicherheit in Europa schafft. „Energoatom“ wertete den Angriff seinerseits als Demonstration des wahren Gesichts des Kreml-Regimes, das die Sicherheit von Millionen Menschen bewusst ignoriert und wie ein Terrorstaat handelt.