Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) hat fotografische Beweise für ein neues Kriegsverbrechen der russischen Streitkräfte veröffentlicht. Im Gebiet der Tschernobyl-Ausschlusszone, in der Nähe des Gebäudes des Zentralen Lagerhauses für abgebrannten Kernbrennstoff (ZHKAT), wurden Fragmente des Rumpfes der Angriffsdrohne „Geran-2“ entdeckt.
Details des Angriffs und das Ausmaß der Schäden
Laut Angaben der Ermittlungs- und Einsatzgruppe der SBU erfolgte der Angriff auf das strategische Objekt in der Nacht zum 7. Juni um 02:05 Uhr. Die Strafverfolgungsbehörden haben einzelne Elemente der feindlichen Kamikaze-Drohne direkt am Ort der Einschlagsstelle dokumentiert. Die Explosion verursachte erhebliche Schäden an der Infrastruktur: Der Verwaltungsbau des Internationalen Atomenergieagenturs (IAEA) sowie die Gebäude für die Annahme und Umladung von abgebranntem Kernbrennstoff wurden beschädigt.
Wie der Staatskonzern „Energoatom“ präzisierte, befand sich zum Zeitpunkt des Einschlags im beschädigten Gebäude zur Annahme von Containern kein physisch gelagerter abgebrannter Kernbrennstoff. Dennoch bestätigen die teilweise Zerstörung des Gebäudes und der daraus entstandene Brand den kritischen Charakter des Angriffs auf die Energieinfrastruktur.
Ermittlungen und Bedrohungsanalyse
Gegenwärtig führen Ermittler der SBU unter der prozessualen Leitung der Staatsanwaltschaft der Oblast Kiew umfassende Maßnahmen im Rahmen eines Strafverfahrens durch, das gemäß Teil 1 des Artikels 438 des Strafgesetzbuches der Ukraine (Terrorakt) eingeleitet wurde. Die Behörde hat den Schlag gegen das Lagerhaus offiziell als Kriegsverbrechen eingestuft.
Trotz der Schwere des Vorfalls hat die SBU versichert, dass der Versuch eines „nuklearen Erpressungsmanövers“ keine katastrophalen Folgen hatte. Der Einschlag der Drohne hatte keinen Einfluss auf den aktuellen Produktionsprozess des Lagerhauses. Der Strahlungshintergrund auf dem Gelände des Kraftwerks und in der angrenzenden Ausschlusszone bleibt innerhalb der Norm. Es gab keine Toten oder Verletzten infolge der Explosion.
Reaktion der Staatsführung
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte scharf auf den neuen Akt des „nuklearen Terrors“. Der Staatsoberhaupt bezeichnete die Handlungen Russlands als „überirdische Frechheit“ und betonte, dass Moskau bewusst einen Schlag gegen ein kritisch wichtiges Objekt geführt habe und damit eine Bedrohung der ökologischen Sicherheit geschaffen habe.