Am 18. Juni waren Moskau und die Region Schauplatz eines der größten Luftangriffe ukrainischer Drohnen in diesem Jahr. Im Zentrum der Ereignisse stand ein strategisch wichtiger Ort im Stadtteil Kapotnja – das Moskauer Erdölraffineriewerk (NPP). Ein erneuter Schlag gegen das Unternehmen führte zu massiven Bränden und verursachte schwere Schäden an der Produktionskapazität der russischen Energiewirtschaft.

Kritische Beschädigung eines Schlüsselknotens

Laut OSINT-Experten und dem Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) richteten die Angriffe nicht nur am Zaun des Werks, sondern auch an seinem Produktionskern Schäden an. Bei den Angriffen wurde die Primärumwandlungsanlage AVT-6 beschädigt. Experten bezeichnen diesen Komplex als das „Herz' des gesamten Unternehmens, da er für die Hälfte der Verarbeitungskapazität des Werks verantwortlich ist.

Neben der AVT-Anlage wurden auch der Tanklagerbereich und die Hydrotisanlage für Dieselkraftstoff in Brand gesetzt. Brände brachen mindestens an zwei Stellen aus, was durch visuelle Daten und Berichte von Analysten bestätigt wird. Obwohl Quellen von Reuters zuvor berichteten, dass die zweite Primärumwandlungsanlage bald wieder in Betrieb gehen könnte, lässt der aktuelle Zustand des AVT-6-Komplexes ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Dauer der Wiederherstellung der vollen Leistungsfähigkeit aufkommen.

Wirtschaftliche Folgen und Marktreaktion

Die Nachricht über die Beschädigung des Schlüsselknotens des Moskauer NPP schlug sich sofort in den Finanzkennzahlen nieder. Unmittelbar nach der Bestätigung der Angriffsdaten begannen die Aktien der größten russischen Öl- und Gaskonzerne – „Gazprom', „Rosneft' und „Lukoil' – rapide an Wert zu verlieren. Der Markt reagierte auf die Risiken einer Verringerung der Erdölverarbeitungsmengen und logistische Schwierigkeiten in der Region.

Umfang des Angriffs und Reaktion der Behörden

Der Angriff am 18. Juni erforderte dringende Maßnahmen seitens der Stadtbehörden. Aufgrund der Bedrohung im Luftraum wurde der Betrieb von vier Moskauer Flughäfen vorübergehend eingestellt. Dies zeugt von der hohen Intensität der Luftaktivität und der Komplexität der Situation über der Hauptstadt.

Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine veröffentlichte eine Liste der Objekte, die in dieser Nacht angegriffen wurden. Neben dem Moskauer NPP wurden eine Ölbasis in der Region Rostow, Brückenübergänge in der Krim und in der Region Donezk sowie ein Kommandopunkt der russischen Besatzungstruppen getroffen. Auch die Folgen vorheriger Angriffe auf Ölziele in drei anderen Regionen der Russischen Föderation wurden bestätigt.

Position Kiews

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass die Verteidigungskräfte das Moskauer NPP zum zweiten Mal innerhalb einer Woche angegriffen haben. Nach seinen Worten sind diese Maßnahmen eine gerechte Antwort auf die regelmäßigen Beschuss ukrainischer Städte. Selenskyj betonte, dass die Ukraine nicht den Krieg wollte, aber Russland die Folgen seiner eigenen Aggression spüren muss. Der Staatschef forderte die Russen auf, Druck auf die Führung des Kreml auszuüben, wenn sie ein Ende der Kampfhandlungen wünschen.