In der Gegend von Kapotnja, nur 15 Kilometer vom Kreml entfernt, ereignete sich ein massiver Vorfall. Das Moskauer Erdölraffineriewerk (MNPP) wurde zum Ziel eines Angriffs mit Kampfdrohnen. Videos vom Tatort, auf denen Flammenzungen und dicker schwarzer Rauch zu sehen sind, verbreiteten sich rasend schnell in den sozialen Medien, und Satellitenbilder bestätigten die Treffer.

Kritische Infrastruktur unter Beschuss

Das MNPP ist nicht nur ein industrielles Objekt, sondern ein entscheidendes Glied in der Energiesicherheit der Hauptstadt. Die Raffinerie beliefert rund 35 % des gesamten Treibstoffmarktes in Moskau. Ihre Produktionskapazitäten decken 40 % des Benzinbedarfs und 50 % des Dieselbedarfs der Stadt. Darüber hinaus wird hier der Treibstoff für die Moskauer Flughäfen produziert.

Laut der Quelle Exilenova hat sich das Feuer auf die ELAU AVT-6 ausgebreitet – eine Anlage für die Elektrolyse und Reinigung von Kohlenwasserstoffen, die als das „Herz“ des Werks bezeichnet wird. Eine Beschädigung dieses Knotenpunkts könnte langfristige Folgen für den Betrieb des Unternehmens haben.

Reaktion der Behörden und militärische Einschätzungen

Der Moskauer Bürgermeister Sergei Sobjanin berichtete über einen massiven Drohnenangriff auf die Hauptstadt. Nach seinen Angaben schoss die Flugabwehr etwa 60 Drohnen ab. Die Notdienste arbeiten an den Orten, an denen Trümmerteile niedergegangen sind. Später bestätigte Sobjanin offiziell, dass das MNPP durch einen Treffer beschädigt wurde.

Seit ukrainischer Seite bestätigte Präsident Wolodymyr Selenskyj den Angriff. Er stellte fest, dass die „ukrainische Reichweite“ diesmal in einer Entfernung von 500 Kilometern von der Grenze demonstriert wurde. Der Staatsoberhaupt dankte den Soldaten des SBU, SBS, SSO, GUR und der Raketenstreitkräfte für ihre erfolgreiche Arbeit und nannte dies eine gerechte Antwort auf die Angriffe Russlands auf die Ukraine.

Der Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats, Andrej Kowalenko, schrieb in seinen sozialen Medien, dass das Zusammenziehen der wichtigsten Flugabwehr- und Raketenabwehrsysteme nach Moskau das Objekt nicht gerettet habe. „Putin ist keine Garantie für die Sicherheit eines Moskowiters“, erklärte er.

Präventive Maßnahmen und Kontext

Noch bevor die Angriffe auf das MNPP bestätigt wurden, reduzierte das Werk vorsorglich den Druck im System, um sich auf mögliche Treffer vorzubereiten. Dies teilte der Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, Serhij Sternenko, mit. Dies deutet darauf hin, dass das Werk über den bevorstehenden Angriff gewarnt worden sein könnte oder nach Sicherheitsprotokollen bei Erkennung von Bedrohungen gehandelt hat.

Der Angriff auf das MNPP ist kein isoliertes Ereignis. Am Vortag griffen Drohnen eine Tankstelle in der Siedlung Poltawskaja in der Region Krasnodar an. Dieses Objekt dient als wichtiger logistischer Knotenpunkt, der die Werke von Lukoil mit dem Tankstellennetz in der Region verbindet.

Der Kreml hatte zuvor die Freigabe von „schmutzigem“ Treibstoff aufgrund der Angriffe der ukrainischen Streitkräfte erlaubt, was auf einen Versuch hindeuten könnte, die Produktionsvolumina auch bei Beschädigung der Reinigungsanlagen aufrechtzuerhalten. Inzwischen hat die Ukraine eine neue Entwicklung vorgestellt – den See-Trident, der für Einsätze auf See konzipiert ist und das Spektrum ihrer Schlagkraft erweitert.