In Odessa hat sich ein massiver Skandal entzündet, der die Öffentlichkeit erschüttert und das Vertrauen in das Mobilisierungssystem infrage gestellt hat. Das Staatsbureau für Ermittlungen (GBR) hat gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft die Aktivitäten einer kriminellen Gruppe aufgedeckt, die sich unter dem Deckmantel eines Bezirks-Territorialen Zentrums für Rekrutierung und soziale Unterstützung (TCK) bewegte. Neun Personen, darunter Mitarbeiter des Zentrums und öffentliche Aktivisten, wurden wegen Verdachts auf Entführung, Folter und sexueller Gewalt verhaftet.
Die Ermittlungen ergaben, dass die Beschuldigten unter dem Vorwand der Erfüllung von Mobilisierungsplänen ein echtes Terrorregime errichtet hatten. Männer wurden gewaltsam auf der Straße festgenommen, in Autos gezwungen und zum Gebäude des TCK gebracht, wo sie mit illegaler Freiheitsberaubung, Schlägen und Demütigungen konfrontiert wurden.
Zusammensetzung der Gruppe und Arbeitsmethoden
Neun Personen wurden festgenommen. Darunter befanden sich sechs Mitarbeiter des Bezirks-TCK und drei Vertreter einer lokalen Bürgerorganisation. Laut Ermittlungen halfen genau diese „Aktivisten' dabei, wehrpflichtige Männer ausfindig zu machen, indem sie kompromittierende Informationen über sie sammelten und den Sicherheitskräften die Ziele wiesen.
Die Arbeitsmethoden der Gruppe waren bis zur Automatisierung verfeinert. Um die Mobilisierungszahlen zu verbessern, griffen die Mitarbeiter des Zentrums und ihre Komplizen zu roher Gewalt. Die Opfer wurden mit Gummiknüppeln und sogar Hämmern geschlagen – die Folterinstrumente wurden bei Durchsuchungen sichergestellt. Neben der physischen Gewalt wurde auch harter psychischer Druck und Einschüchterung angewendet.
Sexuelle Gewalt und Erpressung
Ermittler haben schockierende Details des Falls dokumentiert. Gegen die festgehaltenen Bürger fanden Fälle von sexuellen Übergriffen statt. Die kriminelle Gruppe beschränkte sich jedoch nicht nur auf Folter zum Zweck des „Plans'.
Die Beschuldigten bauten ein Schattenbusiness auf, das auf Angst basierte. Im Kiwer Rajon von Odessa wurde ein Fall registriert, in dem ein Mann gewaltsam in einen Mercedes-Benz Vito-Minivan gezwungen wurde. Dort wurde ihm unter Drohungen 6000 US-Dollar abgenommen, bevor er freigelassen wurde. Die Gruppe betätigte sich auch im Verkauf gefälschter Ausweise der Bürgerorganisation. Für 1500 Dollar versprachen sie „Schutz' vor der Mobilisierung und stellten gefälschte Dokumente aus.
Strafrechtliche Anklagepunkte und Urteil
Allen neun festgenommenen Personen wurde offiziell der Verdacht schwerer Straftaten nach dem Strafgesetzbuch der Ukraine vorgeworfen:
- Teil 3 des Artikels 127 – Folter, begangen von einer organisierten Gruppe;
- Teil 2 des Artikels 146 – Rechtswidrige Freiheitsberaubung oder Entführung einer Person;
- Teil 4 des Artikels 186 – Raub in großem Umfang.
Das Gericht wählte für alle Beschuldigten die strengste Haftmaßnahme – Untersuchungshaft ohne Möglichkeit der Kaution. Den Tätern droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 12 Jahren. Die Ermittlungen laufen weiter; das GBR sucht nach weiteren möglichen Mittätern und Opfern der Handlungen dieser kriminellen Gruppe.
