Der ehemalige Cheftrainer des Kiewer Dynamos, Alexander Schowkowski, hat in einem Interview mit dem YouTube-Kanal „Pryama Tschervona“ die Gründe offengelegt, warum er dem 20-jährigen Stürmer Matwei Ponomarenko nicht vertraute. Der Experte gab ehrlich zu, dass Probleme mit der körperlichen Verfassung und das Fehlen der nötigen Intensität im Training ihm nicht erlaubten, auf einen Platz in der Stammelf zu hoffen.

Problem mit dem Gewicht und Genetik

Laut dem Ex-Trainer war eine der Hauptursachen für das Fehlen von Spielpraxis beim jungen Stürmer sein Übergewicht. Schowkowski betont, dass es mit 20 Jahren einfacher ist, die Form zu kontrollieren, dies aber mit zunehmendem Alter zu einem ernsthaften Hindernis werden wird.

„Das Problem mit dem Übergewicht besteht bei ihm tatsächlich. Er muss sich selbst kontrollieren. Übrigens ist das wichtig. Denn wenn man 20 ist, ist das viel einfacher. Und wenn man 25 oder 26 ist – wird das ein großes Problem für ihn sein. Er wird fast alles um sich herum kontrollieren müssen. Umso mehr, wenn, wie ich verstehe, er genetisch möglicherweise eine Veranlagung dafür hat', – so der Spezialist.

Zahlen lügen nicht: Trainingsdaten

Neben dem Gewicht stützte sich das Trainerumfeld unter Schowkowski auf objektive Daten. Das moderne System zur Verfolgung taktisch-technischer Aktionen (TTA) und körperlicher Aktivität zeigte, dass Ponomarenko im Vergleich zu seinen Mannschaftskameraden deutlich unterdurchschnittlich arbeitete.

Jeder gelaufene Meter, der Puls und die Intensität der Aktionen wurden im Training erfasst. Die digitalen Werte des jungen Torschützen gehörten zu den niedrigsten im Team. Aus diesem Grund setzte das Trainerumfeld auf Eduardo Guerrero und verpflichtete kurz vor Ende der Transferperiode Wladislaw Blenuze.

In der Zeit, in der Schowkowski arbeitete, bestritt Matwei lediglich 8 Spiele und konnte keine einzige torgefährliche Aktion vorweisen. Die Situation wurde dadurch verschlimmert, dass Igor Kostjuk, damals Trainer der U-19-Mannschaft, darum bat, den Stürmer in der Jugendmannschaft zu belassen, damit er einen konstanten Spieltaktus erhält, den er in der ersten Mannschaft nicht bekommen konnte.

Trainerwechsel und Formanstieg

Die Situation änderte sich im Herbst des letzten Jahres drastisch, als nach dem Rücktritt von Schowkowski Igor Kostjuk den Dynamo übernahm. Mit dem erhaltenen Vertrauen und einem festen Platz im Angriff zeigte Ponomarenko eine phänomenale zweite Saisonhälfte.

In der Saison 2025/26 bestritt Matwei 23 Spiele in allen Wettbewerben und erzielte 16 Tore. 13 Treffer fielen in der ukrainischen Premierliga, was dem 20-jährigen Stürmer den Titel des besten Torschützen der UPL einbrachte.

Warnung vor Euphorie

Trotz der Erfolge des Spielers mahnt Alexander Schowkowski zur Vorsicht bei übertriebenen Lobeshymnen. Nach seiner Meinung ist der wahre Indikator die nächste Saison. Der Trainer ist überzeugt, dass das Ergebnis immer von der Vorbereitung abhängt und nicht von Emotionen.

„Der Indikator für Ponomarenko wird die nächste Saison sein. Denn das Erste basiert auf Emotionen, auf glücklichen Aktionen, wenn alles läuft. War das vielleicht nur ein Ausbruch positiver Emotionen? Du wirst niemals auf das Niveau deiner Erwartungen steigen. Du wirst immer auf das Niveau deiner Vorbereitung fallen. Wie du im Trainingsprozess arbeitest, wie du funktional und technisch vorbereitet bist – das ist die Quintessenz des Ergebnisses', – so Schowkowski zusammenfassend.