Die ukrainische Getränkemarke «Schtschewtschik» geriet in den Mittelpunkt eines medialen Sturms nach der Einführung einer neuen Verpackung. Das Redesign, das das Image des Unternehmens aufpolieren sollte, löste eine Welle der Kritik seitens der Nutzer und Designexperten aus.
Alles begann am 29. Mai, als bekannt wurde, dass das Unternehmen plante, das Design seiner Verpackungen zu aktualisieren. Doch die Freude über die Neuerungen wich schnell der Empörung, als aufmerksame Nutzer auf die Typografie auf den Etiketten aufmerksam wurden.
Russischer Fingerabdruck im Design
Der ukrainische Schriftverleihdienst Rentafont war der erste, der die Frage nach dem Ursprung der verwendeten Schriftart aufwarf. Laut Experten wurde auf den aktualisierten Etiketten eine Typografie verwendet, die von einem Designer russischer Herkunft – Glen Jan – erstellt wurde.
Die Situation verschärfte sich, da sich in sozialen Netzwerken Behauptungen verbreiteten, dass genau diese Schriftart auf der Verpackung von trockenen Rationen für russische Soldaten verwendet wird. Für eine ukrainische Marke, die sich als patriotisch positioniert, waren solche Assoziationen inakzeptabel.
Reaktion des Unternehmens und der Agentur
Die Pressestelle von «Schtschewtschik» reagierte schnell auf den Skandal und betonte, dass jegliche Assoziationen mit dem Aggressorstaat für das Unternehmen absolut unannehmbar seien. In einer offiziellen Erklärung, die auf Threads veröffentlicht wurde, erläuterten die Vertreter der Marke die Umstände des Vorfalls:
«Während der Arbeit am Design wurde eine Schriftart verwendet, die von einer Partneragentur vorgeschlagen und über eine internationale Plattform offiziell erworben wurde. Im Abstimmungsprozess wurden weder von der Agentur noch von unserer Seite zusätzliche Kontexte festgestellt, die später bekannt wurden. Gleichzeitig verstehen wir, dass die Verantwortung für das Endergebnis auch bei uns liegt».
Das Eingeständnis des Fehlers führte zu sofortigen Maßnahmen. Das Unternehmen beschloss, die Schriftarten auf der Verpackung und in allen Werbematerialien vollständig zu ersetzen.
Auch die Kreativagentur Brain Tank, die für die Entwicklung des neuen Designs für «Schtschewtschik» verantwortlich war, übernahm die Verantwortung für die Situation. Beide Seiten gaben zu, dass die Überprüfung des Ursprungs der Schriftart unzureichend war, trotz des offiziellen Erwerbs der Lizenz über internationale Plattformen.
Fazit des Vorfalls
Der Skandal um «Schtschewtschik» war eine weitere Erinnerung daran, wie sorgfältig man in Konfliktzeiten auf die Details des Brandings achten muss. Selbst die unbewusste Verwendung von Elementen, die mit dem Gegner in Verbindung stehen, kann eine heftige Reaktion der Gesellschaft hervorrufen. Derzeit arbeitet das Unternehmen daran, die Situation zu korrigieren, um das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen.