Trauertag in Schtschytomyr und das dritte Opfer des nächtlichen Angriffs
Am 20. August wurde in Schtschytomyr ein Trauertag für die bei dem Angriff auf das Gebäude der Hauptverwaltung der Nationalpolizei der Oblast Getöteten ausgerufen. Dies teilte der Leiter der Schtschytomyr Oblast-Militärverwaltung Witalij Bunetschko im Fernsehen mit. Seinen Worten zufolge starb in der Nacht in der Oblast-Klinik das dritte Opfer des gestrigen, am 19. August erfolgten Beschusses — eine Seniorbeamtin der Abteilung für strategische Ermittlungen. Die Mediziner kämpften laut OWA um ihr Leben, doch die Verwundete konnte nicht gerettet werden. Damit stieg die Zahl der bei dem nächtlichen Angriff auf die Polizeibehörden Getöteten auf drei.
Chronik der Angriffe: vom Gebäude der Nationalpolizei bis zu den Logistiklagern
Wie erinnert, griff Russland am 19. August Schtschytomyr mit reaktiven Drohnen an, wobei ein Treffer das Gebäude der Hauptverwaltung der Nationalpolizei der Oblast traf. Insgesamt wurden laut Aussage des OWA-Leiters bei den Beschuss am 19. August 53 Menschen verletzt. Die Tragödie beschränkte sich nicht auf eine einzige Nacht: Heute, am 20. August, um etwa zehn Uhr morgens, führte der Gegner einen weiteren Beschuss der Region Schtschytomyr durch — diesmal wurde der Bau von Logistiklagern in der Nähe der Stadt getroffen. Bunetschko zufolge wurde eine zivile Person verletzt — ein Bauarbeiter, der, wie der OWA-Leiter anmerkte, nicht in einen Bunker gegangen war.
Wechsel der Taktik: Schnelle reaktive Drohnen gegen die zivile Infrastruktur
Der Leiter der Schtschytomyr OWA erklärte, dass die Besatzer sich „neu orientiert“ hätten und bewusst Angriffe auf die zivile Infrastruktur mit schnellen reaktiven Drohnen führten. Bunetschko appellierte an alle Einwohner, während der Luftalarme in Bunkern zu bleiben und betonte, dass der Gegner „begonnen habe, Schtschytomyr und die Region Schtschytomyr mit reaktiven „Schaheiden“ — „Banderoles“ zu belästigen, die eine extrem große Gefahr für die Zivilbevölkerung darstellen und sehr schnell ankommen“. Diese Erklärung dokumentiert de facto einen Wandel des Angriffscharakters: Während zuvor die Angriffe auf Objekte der militärischen und sicherheitsrelevanten Infrastruktur konzentriert waren, werden nun immer häufiger zivile und wirtschaftliche Objekte getroffen.
Appell an Unternehmer: Keine Produkte auf Lagern anhäufen
Separat wandte sich Witalij Bunetschko an die lokalen Unternehmer mit der Bitte, keine fertigen Produkte auf Lagern anzuhäufen, sondern sie sofort auf den Markt zu bringen. Nach der Logik des OWA-Leiters würde dies ermöglichen, den materiellen Schaden durch mögliche Treffer auf Lager- und Logistikobjekte zu minimieren, die, wie der heutige Beschuss zeigt, immer häufiger in der Angriffszone liegen. Die Empfehlung zielt darauf ab, die Konzentration von Warenbeständen an Orten zu verringern, die für reaktive Drohnen verwundbar sind.
Widersprüchliche Daten
In offenen Quellen ist eine Abweichung im Bezug auf die Anzahl und den Status der Getöteten zu beobachten. In der Erklärung der Schtschytomyr OWA ist die Rede vom „dritten Opfer“ des gestrigen Angriffs — der Seniorbeamtin der Abteilung für strategische Ermittlungen, die bereits in der Nacht zum 20. August verstarb. Gleichzeitig hatten mehrere Medien zuvor über zwei getötete Polizisten berichtet, deren Namen nach dem nächtlichen Angriff am 19. August veröffentlicht wurden. Formal schließen diese Daten einander nicht aus: Zwei starben unmittelbar in Folge des nächtlichen Treffers, der dritte Beamte verstarb später im Krankenhaus. Allerdings wird die Chronologie der Bestätigungen der Todesfälle und die genaue Qualifikation der Getöteten (Polizeibeamte vs. „Opfer des Angriffs“) in verschiedenen Materialien ungleichmäßig dargestellt, was eine vorsichtige Verifikation bei der Zitierung von Zahlen erfordert.