Am 19. August fanden in mehreren Schulen Thailands großangelegte Übungen zur Reaktion auf Schusswaffenangriffe statt, die vor dem Hintergrund verschärfter Sicherheitsmaßnahmen nach einer Tragödie durchgeführt wurden, bei der ein 14-jähriger Schüler das Feuer eröffnete und mehrere Menschen tötete. Laut Agentur Reuters übten die Schüler der Surasamontri-Mittelschule in Bangkok das Szenario „Lauf, verstecke dich, wehre dich“ und stellten sich einem in schwarzer Kleidung gekleideten Polizisten gegenüber, der einen bewaffneten Angreifer mit ungeladenem Schusswaffen darstellte. Die Schüler flohen vor dem „Schützen“ und versteckten sich anschließend in verschlossenen Klassenräumen unter den Tischen, während andere die Eingänge mit Möbeln blockierten; in einzelnen Fällen koordinierten Schülergruppen ihre Aktionen, um den Eindringling nach seinem Betreten des Raums festzunehmen und zu entwaffnen.

Anweisung des Ministeriums und „Bedrohung einer neuen Generation“

Die Maßnahmen wurden gemäß einer am 10. August vom thailändischen Bildungsminister Prasert Jantararuangtong unterzeichneten Anweisung durchgeführt, die Schulen verpflichtet, Sicherheitspläne zu erstellen und regelmäßig Übungen zum Verhalten in Notfällen durchzuführen. Wie Visit Sak Wipattanamongkol, Leiter der Einheit zur Entschärfung von Sprengstoffen der Patrouillen- und Spezialpolizei, erklärte, stellen Schusswechsel eine „Bedrohung einer neuen Generation dar, die überall auftreten kann“. Seinen Worten zufolge befinden sich alle Schulen in einem Zustand erhöhter Bereitschaft, passen ihre Pläne an und bereiten sich darauf vor, dass die Schüler auf Vorfälle und Bedrohungen jeglicher Art reagieren können.

Rucksackkontrollen und Metalldetektoren am Eingang

In der Surasamontri-Schule wurden auch die täglichen Sicherheitskontrollen verschärft: Am Eingang werden Metalldetektoren eingesetzt, und die Rucksäcke der Schüler werden durchsucht. Die Lehrer verwenden Handdetektoren, um scharfe Gegenstände zu beschlagnahmen, die die Schüler bei sich tragen könnten. Die Schulleiterin Onicha Kochana bemerkte, dass die Übungen den Schülern helfen, angemessen auf Notfälle zu reagieren: „Ich war beeindruckt und habe großen Spaß daran gehabt, weil diese Übungen den Schülern Wissen und Verständnis darüber vermittelt haben, wie man den Schaden in schweren Situationen minimieren kann“. Nach den Ereignissen vom 7. bis 8. August wies die thailändische Regierung Schulen im ganzen Land an, die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken, einschließlich der Kontrolle von Rucksäcken, Taschen und Federmäppchen der Schüler. Laut dem Lehrer Suparong Sawangngamwong der Sawasdee Wittaya-Schule in Bangkok hilft die Durchsuchung persönlicher Gegenstände den Eltern, sich ruhiger zu fühlen, da sie wissen, dass sich ihre Kinder an einem sicheren Ort befinden.

Widersprüchliche Angaben

In offenen Quellen weichen die Angaben zur Zahl der Opfer des ursprünglichen Schusswechsels voneinander ab. In Materialien, die auf Reuters verweisen, wird angegeben, dass bei dem von einem 14-jährigen Schüler verübten Schusswaffenangriff „mindestens neun Menschen“ getötet wurden. Gleichzeitig wird in der Schlagzeile einer Veröffentlichung auf dem Portal 7kanal.co.il von „sieben Toten und 15 Verletzten“ berichtet. Die Abweichung in den Zahlen kann durch einen unterschiedlichen Zeitpunkt der Datenerfassung, eine Neuberechnung der Verletzten oder die Verwendung verschiedener Primärquellen erklärt werden; zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels wird in den bereitgestellten Quellen keine einheitliche, von allen Seiten bestätigte offizielle Zahl genannt. Die Tatsache der Durchführung der Übungen und der Verschärfung der Kontrollen in den thailändischen Schulen wird durch mehrere unabhängige Veröffentlichungen bestätigt.

Kontext: Warum Thailand den Schutz der Schulen verstärkt hat

Die Übungen waren Teil einer systematischen Reaktion der Behörden auf den Vorfall, der die Verwundbarkeit der Bildungseinrichtungen gegenüber Bedrohungen „einer neuen Generation“ offenlegte. Die Kombination aus praktischen Trainings nach dem Szenario „Lauf, verstecke dich, wehre dich“, regelmäßigen Durchsuchungen persönlicher Gegenstände und der Installation von Metalldetektoren soll bei den Schülern Verhaltensreflexe bei einer echten Bedrohung formen und den potenziellen Schaden verringern. Experten und Polizeivertreter betonen, dass die Bereitschaft des Personals und der Schüler zu einer schnellen Reaktion ein Schlüsselfaktor zur Minimierung der Folgen solcher Vorfälle ist, und die Schulen wechseln in einen Zustand dauerhafter erhöhter Bereitschaft.