Die ersten Herbstfröste bedeuten nicht, dass alle jungen Bäume und Sträucher sofort abgedeckt werden müssen. Wie Experten der Iowa State University erklären, überstehen winterharte Pflanzen einen kurzen Kälteeinbruch in der Regel ohne Kronenschutz, und ein schrittweiser Temperaturabfall hilft ihnen, in die Winterruhe überzugehen. Wärmeliebende Kulturen und Topfsetzlinge benötigen jedoch möglicherweise zusätzlichen Schutz. Bevor man Maßnahmen ergreift, ist es wichtig, die Frosthärte der jeweiligen Art und Sorte zu überprüfen, den Zustand der Pflanzen zu beurteilen und den nächtlichen Wetterbericht zu studieren.

Mulchen und Gießen – Die Grundlage für die Vorbereitung des Wurzelsystems

Fachleute des Staatlichen Verbraucherschutzdienstes der Region Ternopil empfehlen, auf herbstliche Bewässerung und Gartenmulchung zu achten: Diese Maßnahmen tragen dazu bei, das Wurzelsystem auf die winterlichen Bedingungen vorzubereiten. Den Empfehlungen der University of Minnesota zufolge sollte organischer Mulch in einer Schicht von etwa 7–8 cm – wie etwa Holzhäksel – um neu gepflanzte Bäume und Sträucher ausgebracht werden. Vor dem Kälteeinbruch muss die Bodenfeuchtigkeit überprüft werden: Wenn der Boden ausgetrocknet und noch nicht gefroren ist, sollte der Wurzelbereich gegossen werden. Dabei ist darauf zu achten, dass sich keine Staunässe bildet, insbesondere in Bereichen mit schlechter Drainage.

Wie man Abdeckmaterial richtig einsetzt

Für Pflanzen, die empfindlich auf kurze Kälteeinbrüche reagieren, eignet sich weißes Vlies (Agrotextil bzw. Spunbond). Es lässt Luft und Wasser durch, wodurch ein Treibhauseffekt ausgeschlossen wird. Die Royal Horticultural Society in Großbritannien weist darauf hin, dass dichteres Material einen besseren Kälteschutz bietet als dünnes: Ein Material mit einer Dichte von 35 g/m² schützt besser als 17 g/m². Bei Bedarf kann das Vlies in zwei Schichten ausgelegt werden. Fachleute des Agrarezentrums der Louisiana State University raten dazu, das Abdeckmaterial bis zum Boden hinunterzuziehen – so hilft es, die vom Boden abgegebene Wärme zu speichern. Es wird dringend davon abgeraten, die Krone mit dichter Polyethylenfolie zu umwickeln: Bei sonnigem Wetter stauen sich darunter übermäßige Hitze und Feuchtigkeit, was der Pflanze schaden kann.

Kübelpflanzen erfordern einen besonderen Ansatz

In Containern sind die Wurzeln dem Frost stärker ausgesetzt als im Freiland, weshalb ein reiner Kronenschutz möglicherweise nicht ausreicht. Wenn kurzzeitige Fröste zu erwarten sind, können Töpfe mit winterharten Pflanzen an einen windgeschützten Ort gebracht und die Behälter zur zusätzlichen Isolierung mit Jute oder einem anderen geeigneten Material umwickelt werden. Wärmeliebende Setzlinge, die den prognostizierten Kälteeinbruch nicht überstehen, sollten am besten frühzeitig an einen Ort mit geeigneten Temperaturen gebracht werden. Wenn die Pflanzen bis zum Frühjahr in Containern verbleiben, müssen die Überwinterungsbedingungen individuell ausgewählt werden: Laut dem ukrainischen Gartencenter WestGard können laubabwerfende Kulturen im Ruhezustand in einem kühlen Keller gelagert werden, während Nadelbäume einen hellen Raum benötigen. Während des Winters sollte die Feuchtigkeit des Substrats überprüft und bei Bedarf gegossen werden, wobei weder völlige Austrocknung noch Staunässe entstehen dürfen.

Was man nicht tun sollte

Eine Abdeckung garantiert keinen Schutz für wärmeliebende Pflanzen bei starkem oder anhaltendem Frost – für sie können andere Lagerungsbedingungen erforderlich sein. Darüber hinaus erinnert der Zivilschutzdienst (DSNS) an das Verbot des Verbrennens von trockenem Gras und Pflanzenresten: Der Versuch, eine „Rauchwand“ zum Schutz der Setzlinge vor Kälte zu erzeugen, ist nicht nur wirkungslos, sondern birgt auch Brandgefahren und schadet der Umwelt sowie der menschlichen Gesundheit. Abdeckmaterial ist ein zuverlässiges Hilfsmittel, funktioniert jedoch nur in vernünftigen Temperaturgrenzen und bei sachgemäßer Anwendung.