Der Schutz der Küstengebiete der Ukraine vor Angriffen von Drohnen-Kamikazes erfordert neue Ansätze. Als Reaktion auf die regelmäßigen Bedrohungen für Odessa und die Hafeninfrastruktur wurde ein innovatives System entwickelt, das autonom im 24/7-Betrieb arbeiten kann. Es handelt sich um ein Projekt des dänischen Start-ups BlueShadow, das den Einsatz von Flotten unbemannter Oberflächenschiffe vorschlägt.
Konzept der durchgehenden Bereitschaft
Der Gründer und CEO von BlueShadow, Charles Maher, enthüllte in einem Interview mit RBC-Ukraine die Details des neuen Systems. Die Kernidee besteht darin, Flotten aus 12 autonomen Booten zu bilden. Laut Projektplan werden 10 Schiffe ständig auf See verbleiben, um den Sicherheitsperimeter zu gewährleisten, während zwei Boote an Land stationiert sind, um Wartungsarbeiten und Nachfüllungen vorzunehmen.
Dieses Rotationsschema ermöglicht eine durchgehende Verteidigung das ganze Jahr über. Ein Schiff wird aus dem Patrouillengebiet zurückgezogen, mit Interzeptoren nachgeladen und kehrt in den Dienst zurück, um das Schiff zu ersetzen, das zur Basis zurückgekehrt ist. Dies gewährleistet den unterbrechungsfreien Betrieb des Systems, ohne dass Besatzungen ständig an Bord sein müssen.
Minimierung des menschlichen Faktors
Einer der Hauptvorteile des Projekts ist die Möglichkeit, ein komplexes System mit minimalem Personal zu steuern. Maher betonte, dass die Küstenmannschaft, die die gesamte Flotte leiten kann, aus nur fünf Personen bestehen kann. Dies reduziert die Belastung des Personals erheblich und ermöglicht es, die Ressourcen auf die Überwachung der Situation zu konzentrieren.
Das vom Start-up entwickelte System Blue Dragon dient der Erkennung und Zerstörung feindlicher Ziele aus dem Meer heraus. Es ist in der Lage, eine unbegrenzte Anzahl von Drohnen in einer Entfernung von 10 bis 20 km von der Küstenlinie zu neutralisieren. Dies ist von entscheidender Bedeutung, um Bedrohungen bereits beim Anflug abzufangen und Bereiche zu schließen, in denen herkömmliche Flugabwehrsysteme über dem Gewässer weniger effektiv sein können.
Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit
Die Entwicklung befindet sich noch in der Planungsphase, daher wird die endgültige Kosten des Basismodells noch präzisiert. Allerdings wurde bereits eine ungefähre Preisvorstellung für den Startkomplex erstellt. Laut dem Leiter von BlueShadow wird die Aufstellung der ersten Flotte, einschließlich des Küstenkommandozentrums und der Integration in die nationale Plattform, etwa 10 bis 12 Millionen Euro kosten.
In diesen Betrag ist das vollständige Paket an Ersatzteilen für die technische Unterstützung des Komplexes enthalten. Das Projekt soll nicht nur die Hafeninfrastruktur, sondern auch die Zivilbevölkerung sowie die Handelsrouten vor regelmäßigen Angriffen von Drohnen-Kamikazes schützen.