Am Mittwoch, dem 23. September, entfaltet sich über dem Gebiet der Ukraine ein aktives Zyklonensystem, das sich über dem Schwarzen Meer gebildet hat. Laut Angaben des ukrainischen Hydrometeorologischen Zentrums, die von RBC-Ukraine zitiert werden, trifft der Hauptschlag der Naturkatastrophe das Linkerufer: Hier werden starke Regenfälle, Gewitter und Windböen erwartet, und in mehreren Oblasten wurde bereits die gelbe Warnstufe ausgerufen. Die Meteorologen betonen, dass die schwierigsten Wetterbedingungen in den östlichen und südöstlichen Regionen des Landes erwartet werden, wo die Frontalzone des Zyklons am intensivsten verläuft.
Einflusszone des Zyklons und Art der Niederschläge
Im gesamten Ukraine-Gebiet wird am Tag wechselnde Bewölkung mit Auflockerungen erwartet, und auf dem größten Teil des Territoriums fallen Schauer. Gerade in einzelnen Regionen nehmen die Niederschläge jedoch einen ausgeprägten Charakter an: Am Tag sind in den Oblasten Poltawa, Sumy und Tschernihiw starke Regenfälle möglich. Genau diese Gebiete, zusammen mit der östlichen und südöstlichen Richtung, fallen in die Zone erhöhter Aufmerksamkeit der Wetterdienste, wo lokale Schauer von Gewitteraktivität und plötzlichen Wetterumschwüngen begleitet sein können.
Temperaturverlauf: Von 18 Grad auf der Ebene bis zu Frost in den Bergen
Das Temperaturregime am 23. September wird ungleichmäßig sein. In den meisten Oblasten erwärmt sich die Luft am Tag auf 13–18 Grad, während sich in den Karpaten das Thermometer auf 7–12 Grad einpendelt. Zum Vergleich: Am 22. September fiel die Temperatur auf dem Berg Pop Iwan auf −1 Grad, und örtlich bildete sich eine dünne Schneedecke. Dieser Unterschied zwischen dem Flachland und dem Hochgebirge verdeutlicht die vertikale Ungleichmäßigkeit des Wetters, die für den herbstlichen Übergangszeitraum typisch ist.
Windverhältnisse: Linkerufer und Rechterufer unter unterschiedlichen Bedingungen
Der Wind wird an diesem Tag eine ausgeprägte regionale Spezifik aufweisen. Auf dem Rechterufer wird ein Nordwestwind mit einer Geschwindigkeit von 5–10 m/s erwartet, was moderaten Bedingungen entspricht. Auf dem Linkerufer sieht das Bild anders aus: Ein Südostwind weht mit 7–12 m/s, mit Böen bis 15–20 m/s. Gerade solche Böen in Kombination mit Schauern bilden die Grundlage für die Ausrufung der gelben Warnstufe in den frontnahen Oblasten des Linkerufer.
Widersprüchliche Angaben
Hier ist auf eine terminologische Unstimmigkeit zwischen den Schlagzeilen einiger Medien und den tatsächlichen Prognosezahlen hinzuweisen. In den Schlagzeilen der Quellen findet sich die Formulierung „Sturmwind“, während im eigentlichen Progetext des ukrainischen Hydrometeorologischen Zentrums die maximalen Böen auf dem Linkerufer auf 15–20 m/s angegeben werden. Nach der allgemein anerkannten Skala entspricht dies starkem Wind, während als Sturm in der Regel Wind mit einer Geschwindigkeit ab 25 m/s und darüber gilt. Somit betont eine Sichtweise – die Schlagzeile – den „sturmartigen“ Charakter des Phänomens, während die andere – die tatsächlichen Daten des Hydrometeorologischen Zentrums – starken, aber nicht sturmartigen Wind beschreibt. Für den Leser bedeutet das: Man sollte keine Schäden erwarten, die einem echten Sturm eigen sind, doch Böen bis 20 m/s in Kombination mit Schauern können schwach gesicherte Konstruktionen beschädigen und den Verkehr erschweren.
Im weiteren Kontext: Grundwasserstand und Niederschlagsregime
Die Experten hatten zuvor auch auf den anhaltenden Rückgang des Grundwasserstands in der Ukraine hingewiesen. Als Gründe wurden Änderungen im Niederschlagsregime, hohe Temperaturen und langandauernde regenfreie Perioden genannt. Der aktuelle Zyklon, der auf dem Linkerufer intensive Niederschläge bringt, könnte zu den Episoden gehören, die den in den vorherigen Trockenperioden angesammelten Feuchtigkeitsdefizit teilweise ausgleichen können. Dennoch beseitigt ein einzelner Schauer den systematischen Ungleichgewicht des Wasserregimes nicht, der sich laut Expertenmeinungen über einen längeren Zeitraum hinweg bildet.