Im ukrainischen Luftraum stehen Veränderungen bevor. Im Winter wird das Land von Schweden eine Lieferung von 16 Jagdflugzeugen JAS 39 Gripen der Varianten C und D erhalten. Dies ist nur der erste Schritt eines umfassenden Modernisierungsprogramms, im Rahmen dessen Kiew in Zukunft weitere mehr als zwei Dutzend modernste Maschinen der Serie E erwerben plant. Doch was verbirgt sich hinter der Abkürzung JAS und inwieweit sind diese Flugzeuge in der Lage, den Verlauf des Luftkriegs zu verändern?

Die Geschichte des schwedischen Jagdflugzeugs

Der JAS 39 Gripen ist ein Produkt des Unternehmens Saab und wurde zum Symbol der schwedischen Luftfahrttradition. Die Entwicklung begann bereits 1979, und der erste Prototyp hob 1987 erstmals ab. Der Weg zur Serienproduktion war nicht einfach: Aufgrund von Problemen mit dem Flugsteuerungssystem verzögerte sich der erste offizielle Flug um anderthalb Jahre. Dennoch wurde das Kampfflugzeug 1997 offiziell von der schwedischen Luftwaffe in Dienst gestellt und begann seine Exportkarriere, wobei es in Tschechien, Ungarn, Südafrika und Thailand zum Einsatz kam.

Technische Besonderheiten der Lieferungen für die Ukraine

Die erste in der Ukraine erwartete Lieferung umfasst Flugzeuge der sogenannten dritten Charge (Bestellung von 1997). Dazu gehören 50 modernisierte einsitzige JAS 39C und 14 zweisitzige JAS 39D, die den Spitznamen „Turbo Gripen“ erhielten. Diese Maschinen, die zwischen 2002 und 2008 hergestellt wurden, sind bereits mit leistungsfähigerer Avionik, Systemen zur Luftbetankung und Bord-Sauerstoffgeneratoren ausgestattet, was für lange Kampfeinsätze von entscheidender Bedeutung ist.

In Zukunft plant die Ukraine, auch Jagdflugzeuge der Generation Gripen NG (Serie E/F) zu erhalten. Diese unterscheiden sich nicht nur in ihren Abmessungen, sondern auch in ihrer Antriebseinheit. Während in den Versionen C/D der Volvo RM12-Motor (basierend auf dem GE F404) mit einem Schub von 80,5 kN verwendet wird, ist in den neuen Maschinen der leistungsstärkere und modernere GE F414-GE-39E mit einem Schub von 98 kN installiert.

Kampfpotenzial und Bewaffnung

Der Gripen ist eine universelle Plattform. Ursprünglich für die Abfangjagd mit AIM-9L-Raketen konzipiert, entwickelte er sich zu einem vollwertigen Mehrzweckjäger. Die Integration von Mittelstreckenraketen AIM-120 Ende der 90er Jahre ermöglichte es ihm, Ziele außerhalb der Sichtweite zu zerstören.

Heute umfasst die Bewaffnung des schwedischen Jagdflugzeugs:

  • Hochpräzise Waffen zur Bekämpfung von Boden- und Seeverkehrzielen.
  • Schwedische Streubomben mit individuellen Bordcomputern und trägheitsgestützter Navigation. Sie sind sowohl gegen Infanterie als auch gegen gepanzerte Fahrzeuge wirksam.
  • Kreuzflugkörper KEPD 350 mit einer Reichweite von über 500 km, die strategisch wichtige Objekte im tiefen Hinterland des Gegners zerstören können.

Die Lieferung dieser Maschinen wird einen wichtigen Schritt zur Stärkung der ukrainischen Luftwaffe darstellen und es den ukrainischen Streitkräften ermöglichen, unter den komplexen Bedingungen des modernen Krieges effektiv zu operieren.