Die ukrainischen Streitkräfte haben moderne Radarsysteme vom Typ Giraffe schwedischer Produktion erhalten. Dies meldet RBC-Ukraine unter Berufung auf die Presseabteilung des Verteidigungsministeriums. Die neue Ausrüstung soll kritische Lücken im Luftabwehrsystem schließen und einen zuverlässigen Nachweis von Drohnen, Flugzeugen und Marschflugkörpern gewährleisten.
Saab-Technologien gegen Luftbedrohungen
Das Giraffe-Radar ist eine Entwicklung des schwedischen Konzerns Saab, die die Möglichkeiten der Radarüberwachung mit einem integrierten System für Führung, Kontrolle und Kommunikation vereint. Die Hauptaufgabe des Komplexes besteht darin, Bedrohungen so schnell wie möglich zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu koordinieren.
Die Fähigkeiten der schwedischen Radare sind beeindruckend. Je nach Modifikation überwachen die Stationen den Luftraum auf Entfernungen von bis zu 100 km und in Höhen von bis zu 20 km. Das Spektrum der nachweisbaren Objekte ist extrem breit: von Überschalljägern und Hubschraubern über Marschflugkörper bis hin zu langsamen, niedrig fliegenden UAVs.
Geschwindigkeit und Mobilität als entscheidende Vorteile
Eines der Hauptmerkmale von Giraffe ist die hohe Aktualisierungsrate der Daten. Die Zeit für den erneuten Erfassungsvorgang eines Ziels beträgt nur eine Sekunde, was den Operatoren ermöglicht, die aktuelle Lage in der Luft in Echtzeit zu sehen.
Das System zeichnet sich durch hohe Mobilität und schnelle Einsatzbereitschaft aus. Je nach Modifikation kann die Station auf Lastwagen, Kettenfahrzeugen oder Pickups installiert oder stationär aufgestellt werden. Dies ermöglicht den Aufbau eines flexiblen Netzwerks der Radaraufklärung, das an spezifische taktische Aufgaben angepasst ist.
Die Aufstellzeit des Systems beträgt weniger als 10 Minuten, und der Abbau dauert weniger als 5 Minuten. Diese operative Schnelligkeit ermöglicht es, Positionen schnell zu wechseln und das Risiko, dass der Gegner das Radar außer Gefecht setzt, zu minimieren.
Multifunktionalität und neue Horizonte der Luftabwehr
Giraffe kann nicht nur den Himmel überwachen, sondern auch das Feuer von Artillerie und Mörsern erkennen sowie Ziele für die Luftabwehr bestimmen. Zusätzlich kann das System mit Funktionen zur Zielerkennung auf der Meeresoberfläche und spezialisierten Modulen zur Bekämpfung von Drohnen ausgestattet werden.
Die Lieferung schwedischer Radare erfolgt vor dem Hintergrund der aktiven Modernisierung des ukrainischen Verteidigungssystems. Zuvor wurde über die Entwicklung einer einzigartigen Rakete namens DART berichtet, die von stratosphärischen Ballons aus gestartet wird. Diese Entwicklung ist vollständig gegen elektronische Kampfführung (EW) resistent, steigt auf eine Höhe von 12 bis 18 Kilometern auf, wo spezielle Servoantriebe die Präzision der Aktivierung und die Stabilität der Flugbahn gewährleisten.