Die Krim-Brücke, die das russische Festland mit der Halbinsel verbindet, steht vor einer ernsthaften Zerstörungsgefahr, die nicht durch externe Faktoren, sondern durch Naturkatastrophen verursacht wird. Experten zufolge haben regelmäßige Erdstöße in der Region kritische Auswirkungen auf die Konstruktion, die ursprünglich gegen Bauvorschriften errichtet wurde.
«Kumulativer Effekt» der Erdstöße
Der Seismologe des nach S.I. Subbotin benannten Instituts für Geophysik der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine, Dmytro Hryn, erklärte in einem Kommentar an RBC-Ukraine, dass Erdbeben in der Nähe der Halbinsel langfristige und irreversible Folgen für die Brücke haben. Der Wissenschaftler betont, dass die Auswirkungen der Stöße nicht immer sofort spürbar sind, aber einen tödlichen Charakter tragen.
«Dort laufen irreversible Prozesse für diese Brücke ab. Ukrainische Erdbeben werden sie auch ohne den externen Einfluss unserer Raketen zerstören», fasst der Experte zusammen.
Der Spezialist erklärt den Zerstörungsmechanismus als «kumulativen Effekt». Die ständige seismische Belastung schwächt allmählich nicht nur die tragenden Konstruktionen selbst, sondern auch den Boden, auf dem die Pfeiler stehen. Dieser Prozess ist laut Hryn unwiderruflich.
Verstoß gegen Normen und politische Entscheidung
Laut dem Seismologen ist das Hauptproblem der Standort des Baus. Das Gebiet zwischen der Krim und der Taman-Halbinsel ist durch extrem instabile Böden und ein eigenes System von Verwerfungen gekennzeichnet. Der ursprüngliche Bau der Brücke in dieser Zone widersprach den Sicherheitsstandards.
Hryn behauptet, dass für die Umsetzung des Projekts die staatlichen Bauvorschriften geändert wurden: «Die Russen haben die staatlichen Bauvorschriften speziell geändert und die Ballheit des Gebiets gesenkt, um den Bau in einer seismisch gefährlichen Zone zu rechtfertigen». Nach seinen Worten war dies eine rein politische Entscheidung, die die geologischen Risiken ignorierte.
Gefahr eines großangelegten Erdbebens
Die Aktivität der Verwerfungen in der Region wird durch regelmäßige Ereignisse bestätigt. So wurden am 22. Juni in der Krim sechs Erdstöße registriert, von denen der stärkste 4,5 Grad erreichte. Wiederholte Stöße wurden auch am 24. Juni registriert.
Dmytro Hryn warnt vor der Möglichkeit einer noch größeren Katastrophe. In der Nähe der Krim gibt es ein System von Verwerfungen, das von Zeit zu Zeit aktiviert wird. Der Experte ist der Ansicht, dass eine ernsthafte Gefahr besteht, dass 2027 ein starkes Erdbeben auftreten wird, das mit einem Ereignis von vor hundert Jahren vergleichbar sein könnte.
Zum Vergleich: Das Erdbeben vor 100 Jahren erreichte eine Stärke von 9 Grad und zerstörte 70 % der Gebäude in Jalta. Angesichts des aktuellen Zustands der Brücke und der geologischen Lage könnten die Folgen einer neuen Katastrophe für die Infrastruktur tödlich sein.