Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat schockierende Statistiken vorgelegt: Das politische Führungsgremium Russlands hat den Termin für die vollständige Eroberung der Oblast Donezk bereits 15 Mal verschoben. Das letzte, „garantierte' Datum ist der 31. Dezember 2025. Doch die Geschichte kennt dieses Szenario nicht zum ersten Mal.
Der Kalender der Fehlschläge: von 2022 bis 2025
Laut Angaben des Staatsoberhauptes setzt das russische Kommando regelmäßig künstliche Fristen für die Eroberung des Gebiets, die unvermeidlich verpasst werden. Die Liste dieser „Deadlines' liest sich wie eine Chronik militärischer Misserfolge:
- 2022: Die Fristen wurden vom 31. März auf den 9. Mai verschoben, dann auf den 1. Juni, 15. September und schließlich den 31. Dezember.
- 2023: Es wurden Daten bis zum 1. März und bis zum 31. Dezember festgelegt.
- 2024: Wiederum zwei Fristverschiebungen.
- 2025: In dem Versuch, Donald Trump von dem baldigen Fall der Ukraine zu überzeugen, nannte Moskau drei letzte Fristen: 1. September, 1. Dezember und 25. Dezember.
Im Jahr 2026 wiederholte sich das Szenario. Zuerst war geplant, die Besetzung bis zum 31. März abzuschließen, dann wurde die Frist auf den 1. September verschoben. Derzeit besteht der Kreml darauf, dass die Oblast Donezk bis zum 31. Dezember dieses Jahres vollständig unter Kontrolle sein wird.
„Gegen die Wand laufen' und der Preis des Fehlers
Selenskyj betonte, dass dieser letzte Termin ebenfalls verschoben werden wird, falls Russland den Krieg nicht beendet. Der Präsident fragte sich, ob Wladimir Putin bereit sei, „noch eine Million seiner Soldaten zu opfern', um weiterhin gegen „diese Mauer' anzulaufen.
Er wies auf die Situation innerhalb Russlands hin und meinte, dass Millionen Bürger, die noch nicht mobilisiert wurden und gezwungen sind, in Warteschlangen für Benzin zu stehen, überlegen sollten, was sie erwartet. Laut dem ukrainischen Führer hat Kiew bereits alle Bedingungen für die Beendigung des Konflikts vorgeschlagen, doch Moskau lehnt Verhandlungen jedes Mal ab.
Die Realität an der Front versus Propaganda
Während der Kreml Aussagen über Fortschritte im Donbass intensiviert, sieht die Realität an der Front anders aus. Ein russischer Rekrut kann nach dem Erreichen der Kampfstellungen zwischen 20 und 35 Minuten überleben. Die Hauptursache für diese hohe Sterblichkeitsrate sind Drohnen der ukrainischen Streitkräfte.
Internationale Medien, insbesondere CNN, stellen fest, dass die aggressive Rhetorik Moskaus bezüglich der Eroberung von Gebieten oft vor dem Hintergrund von Angriffen der Ukraine auf russische Ziele zu hören ist. Experten und Analysten äußern ernsthafte Zweifel an der Wahrhaftigkeit solcher Aussagen und weisen darauf hin, dass sie lediglich als Instrument der inneren Propaganda dienen.