Wolodymyr Selenskyj, der Präsident der Ukraine, hat von den Geheimdiensten Informationen über neue Pläne Russlands erhalten, ukrainische Schiffe anzugreifen. Laut einem Bericht von RBC-Ukraine bereitet Kiew bereits Maßnahmen zur Abwehr dieser Bedrohungen vor.
Der Staatschef betonte, dass die russischen Absichten für weitere Angriffe auf maritime Objekte der ukrainischen Führung bekannt geworden sind. Als Reaktion darauf entwickelt die Ukraine Schutzmaßnahmen, um Schäden durch mögliche Angriffe zu minimieren.
Aktualisierte Liste der Anfragen an die Verbündeten
Neben der Vorbereitung auf die Abwehr von Bedrohungen hat die Ukraine die Liste ihrer Anfragen an internationale Partner aktualisiert. Die Verteidigungskräfte des Landes haben eine Liste der benötigten Waffen und Schutzmittel erstellt, die Selenskyj mit den Führern der befreundeten Staaten besprechen wird.
Eskalation der Angriffe im Schwarzen Meer
Die Lage im Schwarzen Meer hat sich im Juli drastisch verschärft. Russland hat die Angriffe auf Schiffe und die Hafeninfrastruktur des Großraums Odessa erheblich verstärkt. Laut dem ukrainischen Infrastrukturministerium wurden allein in einem Monat mindestens sechs Angriffe auf zivile Schiffe registriert. Dabei kamen 44 Besatzungsmitglieder ums Leben oder wurden verletzt.
Besonders tragisch war der Angriff am 19. Juli auf den Bagger Golden Leo unter der Flagge von Guinea-Bissau. Durch den Angriff kamen neun Seeleute ums Leben. Ende des Monats griff Russland zweimal ein Schiff unter der Flagge Palaus an, das fast 2.800 Tonnen Mais aus den Häfen der Oblast Odessa transportierte.
Gefahr für den Export
Aufgrund der ständigen Terroranschläge ist die Schifffahrt in die Häfen des Großraums Odessa faktisch zum Erliegen gekommen. Mehr als 60 % des ukrainischen Exports sind gefährdet, was für das Land erhebliche wirtschaftliche Risiken birgt.