Die Lage an der belarussisch-ukrainischen Grenze hat sich erheblich verändert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat offiziell bestätigt, dass die Relaisstationen, die zur Lenkung der Kampfdrohnen „Schahed“ genutzt wurden, auf dem Territorium Belarus' nicht mehr funktionieren.

Der Staatschef beantwortete damit Fragen von Journalisten und stützte sich dabei auf Informationen des Oberkommandos der Streitkräfte sowie der Nachrichtendienste.

Daten der Geheimdienste und des Oberkommandos

Laut den von Selenskyj geäußerten Informationen sind die Relaisstationen seit dem 22. Juni nicht mehr in Betrieb. Der Präsident betonte, dass diese Tatsache durch Berichte bestätigt wird, die er täglich erhält.

„Das bedeutet, laut den Informationen, die mir der Oberbefehlshaber Alexander Syrskyj sowie die Geheimdienste übermittelt haben, haben die entsprechenden Relaisstationen seit dem 22. Juni auf dem Territorium Belarus' ihre Arbeit eingestellt“, so Selenskyj.

Der ukrainische Präsident präzisierte jedoch, dass die genauen Details zum Schicksal der Ausrüstung derzeit noch unbekannt sind. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Relaisstationen demontiert wurden; Kiew arbeitet jedoch weiterhin an der Bestätigung dieser Informationen und der Überwachung der Lage.

Reaktion auf das Ultimatum Kiews

Diese Ereignisse sind die Fortsetzung einer angespannten diplomatischen und informationellen Kampagne, die von Kiew initiiert wurde. Bereits am 19. Juni stellte Wolodymyr Selenskyj eine offizielle Forderung an Alexander Lukaschenko: Die Ausrüstung zur Lenkung von Drohnen gegen die zivile Infrastruktur der Ukraine müsse vom Territorium Belarus' entfernt werden.

Der ukrainische Staatschef setzte damals eine strikte Frist von einer Woche und warnte, dass die Ukraine gezwungen sein werde, die Bedrohung eigenständig zu beseitigen, falls die Forderung nicht erfüllt werde.

Stille an der Grenze

Gleichzeitig mit der Erklärung Selenskyjs stellten belarussische Medien eine Änderung der Taktik der russischen Streitkräfte fest. Nach Angaben von Beobachtern hat Russland seit dem 24. Juni den Start von Kampfdrohnen entlang der belarussisch-ukrainischen Grenze eingestellt.

Diese Tatsache bestätigte der Sprecher der Staatlichen Grenzschutzbehörde der Ukraine, Andrij Demtschenko, in einem Kommentar an RBC-Ukraine. Trotz der offensichtlichen Veränderungen in der Lage gab es bisher keine offiziellen Erklärungen der belarussischen Behörden zum Abbau oder zur Verlegung der Ausrüstung.