Das US-Magazin The Atlantic hat unter Berufung auf drei unabhängige Quellen in Washington Details zu geschlossenen Gesprächen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem US-Präsidenten Donald Trump offengelegt. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Bitte Kiews, die Nutzung des Satellitennetzes Starlink zur Steuerung von Langstrecken-Drohnen bei Angriffen auf das Territorium der Russischen Föderation zu erlauben.

Ablehnung einer persönlichen Begegnung durch Elon Musk

Vor dem Besuch in Washington Ende Juli 2026 versuchte die ukrainische Delegation, ein direktes Gespräch mit dem SpaceX-Chef Elon Musk zu organisieren. Ziel war die Klärung technischer und politischer Differenzen, die im Zusammenhang mit der Nutzung von Kommunikationstechnologien für militärische Zwecke entstanden waren. Musk lehnte jedoch mit Verweis auf einen vollen Terminkalender ab. In diesem Zeitraum bekleidet der Milliardär zudem das Amt des Chefs des US-amerikanischen „Departments of Government Efficiency“ (DOGE) in der neuen US-Regierung.

Anfrage an die US-Regierung

Das Treffen zwischen Selenskyj und Trump fand im Weißen Haus ohne Anwesenheit von Journalisten statt. Laut Quellenangaben bat der ukrainische Staatschef den US-Präsidenten, Einfluss auf die Führung von SpaceX zu nehmen. Die Anfrage betrifft die Aufhebung von Geofencing – künstlichen Einschränkungen, die das Unternehmen für Starlink-Terminals eingeführt hat. Derzeit blockiert das System die Verbindung automatisch, wenn die Terminals die international anerkannten Grenzen Russlands überschreiten.

Strategisches Ziel Kiews

Laut dem Magazin plant die Ukraine, Starlink als Hauptkommunikationskanal für Kamikaze-Drohnen zu nutzen. Dies ist notwendig, um Drohnen auf strategische Ziele in der russischen Tiefe zu lenken, darunter Flugplätze, Ölbasen und Rüstungsbetriebe. Ohne die Aufhebung der Einschränkungen wird die Durchführung solcher Operationen kritisch erschwert.

Position des Weißen Hauses

Donald Trump hörte sich die Argumente der ukrainischen Seite an, gab jedoch keine sofortigen Zusagen. Die Situation stellt die Regierung vor ein schwieriges Dilemma: Einerseits setzt sich Trump für eine Einfrierung des Konflikts ein und blockiert langfristige Militärprojekte, andererseits muss er die Position Musks berücksichtigen, der eine direkte Eskalation zwischen den USA und Russland befürchtet.

Experten stellen fest, dass die Anfrage vor dem Hintergrund der erfolgreichen ukrainischen Seeräuber-Operation „MoLoChKa“ geäußert wurde. In drei Wochen im Juli schlugen ukrainische Oberflächendrohnen mehr als 200 Schiffe des russischen Schattenflottas im Schwarzen und Asowschen Meer. Kiew geht davon aus, dass die Aufhebung der Einschränkungen für die Satellitenkommunikation für Luftdrohnen die russische Militärluftwaffe in Grenzregionen lähmen wird.