Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Behauptungen der russischen Führung offiziell dementiert, Konstantyniwka in der Oblast Donezk eingenommen zu haben. Trotz der lauten Ankündigungen aus dem Kreml bleibt die Stadt unter der Kontrolle ukrainischer Streitkräfte, und die Kämpfe in der Umgebung des Ortes gehen mit hoher Intensität weiter.

„Moskau, Sankt Petersburg und Residenzen“

In seiner Ansprache kritisierte der Staatsoberhaupt die Rhetorik Wladimir Putins. Selenskyj betonte, dass der russische Führer Konstantyniwka bereits öffentlich „sich angeeignet“ habe, in der Realität jedoch niemals das Risiko eingehen werde, in dieser Stadt zu erscheinen. Laut dem ukrainischen Präsidenten beschränkt sich der tatsächliche Einflussbereich Putins auf Moskau, Sankt Petersburg und seine persönlichen Residenzen.

„Es finden auch Kämpfe um Konstantyniwka statt, die Putin sich bereits angeeignet hat, aber es ist klar – er wird sich niemals trauen, dort zu erscheinen“, so Selenskyj, der den Fokus auf die Diskrepanz zwischen propagandistischen Aussagen und der Realität an der Front legte.

Zynismus des Krieges und Verluste des Gegners

Der ukrainische Führer berührte auch die zynische Natur des Konflikts. Er wies darauf hin, dass die russische Führung sich nur auf einen engen Kreis von Vertrauten stützt und alles vernichtet, was in deren Interessenbereich gerät. Gleichzeitig verliert der Kreml jeden Monat eine enorme Anzahl eigener Bürger.

„Auch in diesem Juni – fast 30.000 bestätigte Treffer russischer Besatzer an der Front – getötet und schwer verletzt“, teilte der Präsident mit und zitierte schockierende Statistiken über die Verluste des Gegners innerhalb eines Monats.

Schwierige Abschnitte der Front

Selenskyj nannte die angespanntesten Richtungen, an denen derzeit heftige Gefechte stattfinden. Dazu gehören:

  • Donbass;
  • Oblast Saporischschja;
  • Die Region Charkiw.

Der Staatsoberhaupt drückte seine Dankbarkeit gegenüber den ukrainischen Soldaten aus, die an diesen schwierigen Frontabschnitten für den Schutz des Landes kämpfen.

Verhandlungen in Konstantyniwka und die Bedingungen des Kremls

Zuvor hatte Wolodymyr Selenskyj Wladimir Putin vorgeschlagen, ein Treffen in Konstantyniwka abzuhalten, das er als „begeistert“ bezeichnete. Die Logik des ukrainischen Führers war einfach: Wenn die Stadt tatsächlich unter der Kontrolle russischer Truppen steht, sollte Putin keine Probleme haben, dorthin zu reisen, um zu verhandeln.

Die Reaktion des Kremls war jedoch erwartungsgemäß absurd. Die russische Führung schlug vor, das Treffen ausschließlich auf dem Territorium der russischen Hauptstadt abzuhalten und ignorierte damit im Wesentlichen den Kern des Vorschlags von Kiew.

Militärischer Aspekt: Warum eine Pause notwendig ist

Spezialisten der ukrainischen Streitkräfte haben die Situation in Konstantyniwka analysiert und erklärt, warum dem russischen Kommando eine Pause in den Kämpfen kritisch notwendig ist. Nach Ansicht der Militärs benötigt der Feind mindestens sechs Stunden Feuerpause, um seine Kräfte neu zu gruppieren und seine tatsächliche Lage in der Stadt realistisch einzuschätzen.