Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen besorgniserregenden Trend in Bezug auf die militärische Hilfe festgestellt: Die Liefermengen von Raketen für die Luft- und Raketenabwehr (LRA) gehen kritisch zurück. Laut dem Staatsoberhaupt liegt die offizielle Begründung der Partner – der USA und der europäischen Länder – in deren Einbindung in den Konflikt im Nahen Osten. Kiew geht jedoch davon aus, dass auch versteckte politische Motive eine Rolle spielen.

Offizielle Gründe und versteckte Motive

In seiner Ansprache betonte Selenskyj, dass der Mangel an Munition vom Oberbefehlshaber der Luftstreitkräfte, Anatolij Krywonoschko, bestätigt wurde. Die Partner erklären die Situation damit, dass ihre Ressourcen auf Aufgaben im Nahen Osten umgelenkt wurden. Dennoch schließt der ukrainische Präsident nicht aus, dass dies nur ein Teil des Bildes ist.

„Ich weiß nicht, ob es andere Gründe als den Nahen Osten gibt. Möglicherweise sind dies politische Schritte, damit die Ukraine nachgiebiger wird. Meiner Meinung nach ist das nicht ausgeschlossen, und wir verstehen, dass dies eine ernste Herausforderung ist', so Selenskyj.

Laut vom Präsidenten bereitgestellten Daten haben sich die Lieferungen von Raketen für LRA-Systeme im Vergleich zum Vorjahr um das Dreifache verringert. Kiew weist jedoch darauf hin, dass die westlichen Verbündeten weiterhin über die notwendigen Ressourcen verfügen, um die Ukraine zu schützen.

Verstärkung des Luftterror

Die Verringerung der Hilfe erfolgt vor dem Hintergrund einer Eskalation der Aggression. Die Russische Föderation hat die Luftangriffe auf ukrainische Städte verschärft. Bei einem der nächtlichen Angriffe kamen mindestens 17 Menschen ums Leben, weitere 44 wurden verletzt.

In Bezug auf die tragischen Folgen der Beschuss rief Wolodymyr Selenskyj die Partner auf, die Lieferung von Ballistischen-Raketen-Abfangsystemen nicht zu verzögern. Der Präsident betonte, dass jedes Zögern bei der Lieferung von Waffen den Ukrainern das Leben kostet.

Ausbau der eigenen Produktion

Angesichts des ständigen Mangels und der monatlich sinkenden Liefermengen ist die Ukraine gezwungen, alternative Wege zur Gewährleistung der Sicherheit zu suchen. Die Entwicklung und Umsetzung eines einheimischen LRA-Systems wird zu einer kritisch wichtigen Richtung.

Selenskyj betonte, dass die Schaffung eigener Schutzmittel ein strategisch richtiger Schritt ist. Dies ist nicht nur für das Überleben unter den aktuellen Kampfbedingungen notwendig, sondern auch für die Sicherheit des Landes in der Nachkriegszeit. Die Ukraine hat den schwierigen Winter überstanden, steht nun aber vor der Notwendigkeit, die Schaffung eines unabhängigen Verteidigungssystems zu beschleunigen, um die Lücke in der westlichen Hilfe zu schließen.