Ukrainische „Langstreich-Sanktionen' haben von Januar bis Mai dieses Jahres 15 russische Raffinerien getroffen. Dies erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Kommentar zu einem Bericht des Auslandsgeheimdienstes der Ukraine über die wirtschaftliche Lage Russlands.

Versteckte Krise und Statistiken

Laut dem Staatsoberhaupt wird die tatsächliche Lage in der russischen Wirtschaft vor der russischen Führung verborgen. Selenskyj betonte, dass Wladimir Putin „nicht einmal alle Statistiken über das, was wirklich passiert, erhält'.

„Russland wird aufgrund seiner Dummheit gegen diese Wand der realen Krise stoßen', so der ukrainische Führer. Er fügte hinzu, dass Kiew alle Formate für echte Verhandlungen und Sicherheitsgarantien angeboten habe, aber die Entscheidung für den Frieden ausschließlich vom russischen Präsidenten abhänge.

Wirtschaftliche Verluste und Verbote

Der Plan ukrainischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur wird schrittweise umgesetzt. Selenskyj teilte mit, dass bis Mai fast 40 % der Kapazitäten für die Primärdelraffination in Russland außer Gefecht gesetzt wurden. Dies hatte schwerwiegende Folgen für die Kraftstofflogistik:

  • Russland hat ein Verbot für den Export von Flugkraftstoff verhängt.
  • Der Export von Benzin ist verboten.
  • Ein Verbot für den Export von Dieselkraftstoff wird erwogen.

„Für ein Land, das noch vor kurzem als Tankstelle bezeichnet wurde, ist der Verlust auch nur dieses eine erhebliche Angelegenheit', kommentierte Selenskyj.

Chronik der jüngsten Angriffe

Die Aktivität der ukrainischen Verteidigungskräfte hat sich im Mai erheblich verstärkt und umfasst Regionen in enormer Entfernung zur Grenze:

  • 29. Mai: Zum ersten Mal seit Beginn des Krieges wurde in Jamal und den benachbarten Regionen, die mehr als 2000 km von der ukrainischen Grenze entfernt liegen, der Alarmzustand für Raketenangriffe ausgerufen.
  • Nacht zum 30. Mai: Russische Regionen wurden von Drohnen angegriffen. In Taganrog (Gebiet Rostow) wurde ein Tanker angegriffen, in Armawir (Krasnodar-Gebiet) ein Öllager.
  • Nacht zum 31. Mai: Die ukrainischen Verteidigungskräfte griffen das Saratower Erdölraffineriewerk im Wolgagebiet an. Das Unternehmen gehört zur Struktur von „Rosneft' und beteiligt sich an der Versorgung der Besatzungstruppen mit Kraftstoff. Nach dem Angriff brach auf dem Werksgelände ein Großbrand aus.