Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte bei einem Treffen mit dem Kommando der Marine, dass Russland das Schwarze Meer verloren hat. Der Staatsoberhaupt betonte, dass die ukrainische Marine Aufgaben erfüllt habe, die viele zuvor für unmöglich gehalten hatten.
Die Initiative liegt bei der Ukraine
In seiner Ansprache hob Selenskyj hervor, dass die Aktionen der ukrainischen Streitkräfte – vom Befreiung der Insel Schlangeninsel bis hin zu Angriffen auf Häfen und Besatzungstruppen in der Krim – bewiesen haben: Das Schwarze und das Asowsche Meer sind für die russische Flotte keine sichere Zone mehr. Der Präsident erklärte, die Ukraine habe die Initiative zurückgewonnen und den Krieg „auf russisches Land, in den russischen Himmel, an die russischen Küsten“ zurückgeholt.
„Jedes reine Herz auf der Welt erwartet von der Ukraine nur eines – dass wir dieses russische Gesindel besiegen“, erklärte Selenskyj.
Schema der Verluste der Schwarzmeerflotte
Beim Treffen, das am Vorabend des Tages der ukrainischen Marine stattfand, wurde ein Schema vorgestellt, das die Verluste der russischen Schwarzmeerflotte darstellt. Es zeigt die wichtigsten Kampfschiffe, den Landungs- und Hilfsflotten sowie den Grad ihrer Beschädigung. Fotos des Schemas erschienen im Telegram-Kanal des Verteidigungsministeriums-Beraters Serhij Sternenko.
Neue Akademie in Odessa
Selenskyj kündigte die Gründung einer neuen Akademie der Marine in Odessa an. „Ich weiß, dass es diesen Bedarf unserer Marine gibt, es gibt die entsprechende Fähigkeit und vor allem den Wunsch unserer Kadetten, unserer Jugend, für die Ukraine zu dienen und sie zu verteidigen. Wir werden alle unsere Aufgaben unbedingt umsetzen“, sagte der Präsident.
Während der Veranstaltung überreichte er zudem Fahnen und Bänder „Für Tapferkeit und Mut“ an einzelne Einheiten der Marine.
Entwicklung von Seedrohnen und Reaktion Russlands
Zuvor hatte der Kommandeur einer Einheit des Hauptgeheimdienstes des Verteidigungsministeriums mit dem Rufnamen „Neunter“ berichtet, dass die Ukraine ein neues System von Seedrohnen entwickelt, das nicht nur zerstören, sondern auch sanktionierte Schiffe im Schwarzen Meer festhalten kann. Laut dem britischen Verteidigungsministerium hat Russland begonnen, seine U-Boote mit Schutzkäfigen gegen Drohnen auszustatten.
Im Juni berichtete das Spionagenetzwerk „ATESCH“, dass Russland plant, das Kommando der Schwarzmeerflotte aus Sewastopol zu evakuieren. Offiziere verlegen bereits ihre Familien nach Noworossijsk, ohne auf einen offiziellen Befehl zu warten.