Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass in der Ukraine angesichts anhaltender russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur eine schwierige Lage bei der Stromversorgung anhält. Seiner Ansicht nach muss im ganzen Land ein möglichst zügiges und vollständiges Zusammenwirken von staatlichen Strukturen, regionalen und lokalen Behörden sowie den Unternehmen, die die Bevölkerung mit Strom, Wärme und Wasser versorgen, gewährleistet werden — unabhängig von der Eigentumsform. Dies berichtet RBC-Ukrajina unter Bezugnahme auf die Erklärung des Präsidenten.
Dringender Auftrag an Regierung und Strafverfolger
Das Staatsoberhaupt beauftragte die Regierung und die Strafverfolgungsbehörden, bis zum Ende des Tages eine Liste von Maßnahmen vorzulegen, die eine vollwertige Zusammenarbeit mit jenen Unternehmen sicherstellen, die derzeit bei Reparaturen und der Wiederherstellung der Infrastruktur im Rückstand sind. Selenskyj betonte, dass die Überprüfung solcher Unternehmen zwingend durchgeführt und über die Ergebnisse vorschriftsmäßig berichtet werden müsse. Seiner Einschätzung nach sind Verzögerungen bei den Wiederherstellungsarbeiten unzulässig, insbesondere unter Bedingungen, bei denen wiederholte Angriffe und permanenter Luftalarm die Reparaturzeiten um ein Vielfaches verlängern.
Warum sich Reparaturen verzögern
Der Präsident erklärte, dass die Wiederherstellungsarbeiten aufgrund wiederholter Angriffe auf Energieanlagen und regelmäßiger Luftalarme deutlich länger als im Normalbetrieb andauern. Jeder neue Beschuss zerstört bereits teilweise wiederhergestellte Netzteile, was einen erneuten Reparaturzyklus erfordert. Gleichzeitig teilte Selenskyj mit, dass Reserven an notwendiger Ausrüstung gebildet wurden und die Wiederherstellung nach jedem Beschuss ohne lange Pausen erfolgen muss. Dies müsse, so seiner Worte nach, zu einer systemischen Arbeitsregel für Energieunternehmen und lokale Behörden werden.
Regionen mit der schwierigsten Lage
Selenskyj hob Kiew besonders hervor, wo bei Bevölkerung und Unternehmen stundenlange Strom- und Wasserausfälle verzeichnet werden. Eine schwierige Lage entwickle sich seiner Aussage nach in den Regionen Kiew, Schytomyr, Tschernihiw, Sumy, Poltawa, Charkiw, Tscherkassy, Winnyzja sowie im Donbass, wo zu den Energieversorgungsproblemen noch außergewöhnliche Herausforderungen im Zusammenhang mit Kampfhandlungen hinzukommen. In den südlichen Regionen der Ukraine seien laut Angaben des Präsidenten Warteschlangen und Notabschaltungen der Stromversorgung zu beobachten.
Kontext: Aufhebung der Notabschaltungen am 4. November
Am Nachmittag des 4. November wurden in den meisten Regionen der Ukraine die Notabschaltungen der Stromversorgung aufgehoben. Dabei wird jedoch angemerkt, dass die schwierigste Lage bei der Stromversorgung in Kiew und der Oblast Kiew anhält. Russische Kräfte konzentrieren nach vorliegenden Daten Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Oblast Kiew und der Oblast Dnipropetrowsk und wählen dabei Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte aus. Vor diesem Hintergrund wirkt Selenskyjs Auftrag zur Überprüfung der bei Reparaturen rückständigen Unternehmen und zur Bildung von Mechanismen für deren Interaktion mit den Strafverfolgungsbehörden wie ein Versuch, die Wiederherstellung zu beschleunigen und die Dauer der Stromausfälle für die Bürger zu minimieren.