In der Nacht zum 29. Juli, nach der Zeit in Kiew, wird der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein umfassendes Treffen mit allen 100 Senatoren der USA abhalten. Die Veranstaltung ist am Dienstag um 18:00 Uhr Ortszeit im Kapitol geplant. Dieses Ereignis findet vor dem Hintergrund eines kritisch wichtigen Prozesses statt – der Prüfung im US-Senat eines Gesetzentwurfs zur Einführung beispielloser Sanktionen gegen Russland und seine Handelspartner.

Das Schicksal des Gesetzentwurfs von Lindsey Graham

Ein zentraler Punkt der Tagesordnung wird das Sanktionspaket sein, das zuvor vom verstorbenen Senator Lindsey Graham vorangetrieben wurde. Das Dokument, das Unterstützung von Vertretern beider Parteien erhalten hat, zielt darauf ab, den Druck auf Moskau im Zusammenhang mit der anhaltenden Aggression gegen die Ukraine zu verstärken. Das Treffen Selenskyjs mit den Gesetzgebern soll die Bemühungen zur Verabschiedung dieses Gesetzes bündeln.

Bekannt ist, dass der US-Präsident Donald Trump die Initiative gebilligt hat, jedoch eigene Bedingungen stellte. Er forderte, dass der Text des Gesetzentwurfs eine Ausweitung des Sanktionsregimes gegen den Iran und die Organisation „Hisbollah“ aufnehmen muss. Genau diese Aspekte werden wahrscheinlich Gegenstand einer detaillierten Diskussion im Dialog mit dem ukrainischen Führer sein.

Politischer Kontext und innere Uneinigkeit

Der Besuch Selenskyjs in Washington fällt zudem mit den Beerdigungsfeierlichkeiten für Senator Lindsey Graham zusammen. Darüber hinaus ist in seinem Terminkalender ein persönliches Treffen mit Donald Trump geplant. Das Magazin The Hill stellt fest, dass solche Formate der Kommunikation keine Neuheit sind: Im Laufe der letzten Monate haben sich kleine Gruppen von Senatoren regelmäßig mit dem ukrainischen Präsidenten getroffen, um die Hilfe für Kiew zu besprechen.

Der Weg zur Verabschiedung der „höllischen Sanktionen“ ist jedoch nicht frei von Schwierigkeiten. Trotz der allgemeinen Unterstützung des Dokuments blockiert ein Teil der Demokraten dessen Verabschiedung. Der Konflikt entstand aufgrund des Mechanismus zur Umsetzung der Sanktionen. Ursprünglich sah das Dokument vor, dass der US-Kongress über die Einführung oder Aufhebung von Beschränkungen entscheidet. Trump bestand jedoch auf einer Überarbeitung des Textes, um das alleinige Recht zu erhalten, zu entscheiden, wann und gegen wen Beschränkungen angewendet werden sollen. Diese Forderung kommt den Demokraten nicht entgegen, was das Risiko für eine baldige Abstimmung erhöht.

Risiko von Sabotage durch Moskau

Der amtierende ukrainische Außenminister Andriy Sybiha warnte vor möglichen Versuchen Russlands, die Abstimmung über dieses Dokument zu sabotieren. Nach seinen Worten könnte Moskau erneut auf die Taktik der Simulation eines Friedenswillens zurückgreifen, um Hindernisse für die Verabschiedung harter Maßnahmen gegen den Kreml zu schaffen. Die Abstimmung über das Sanktionspaket von Graham war bereits für diese Woche erwartet worden, doch politische Intrigen in Washington könnten diesen Zeitplan ändern.